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Aufatmen vor weiteren Hürden

Es war kein Gottesdienst, der am Donnerstag in der Marienkirche in Hessisch Oldendorf stattfand. Aber feierlich war es gleichwohl, als die Absolventen der Oberschule offiziell „ins Leben“ entlassen wurden. Und die Freude darüber war unüberhörbar.

veröffentlicht am 21.06.2017 um 13:56 Uhr

Die Zeugnisübergabe und Schulentlassungsfeier findet in Hessisch Oldendorf traditionell in der Marienkirche statt. Kurz vor Beginn der Feier sprechen die Schulabgänger noch kurz miteinander. FOTO: Dauer

Autor:

Conrad Dauer

„Wir stehen am Anfang, und die Lehrer am Ende.“ Dieser Spruch eines Schülers war ironisch gemeint und wurde als solcher auch vom Publikum gern lächelnd angenommen. Indes, er enthält – ob gewollt oder ungewollt – eine gewisse Kernwahrheit. Na klar, in einem Moment wie diesem blickt man als Schüler zurück und atmet erst mal auf: Uff, vorbei! Aber schon ein paar Jahre später wird sich die Erinnerung ändern (eigene Erfahrung des Verfassers), und man denkt gerne zurück an eine Zeit, die einem trotz allem eine gewisse Sicherheit gab; eine Sicherheit und Gemeinschaft, die es in dieser Form danach wohl nicht mehr geben wird.

In seiner Ansprache ging Ottmar Framke, der Leiter der Oberschule, auf die Problematik ein, der sich wohl alle bundesdeutschen Bildungsanstalten gegenübergestellt sehen. Man könne den Schülern ein bestimmtes Rüstzeug mit auf den Weg geben, aus dem sie dann das Beste zu machen hätten.

„Nicht für die Schule, für das Leben“, war der Tenor des Laudators, und Framke wurde in diesem Respekt konkreter: „Die Schule kann bilden, sie kann jungen Menschen eine Richtung geben, aber sie kann nicht die Aufgaben übernehmen, die letztlich in der Verantwortung der Eltern liegen“.

Und diese Verantwortungsbereitschaft nimmt im Stress des Berufslebens beider Elternteile oder durch andere Stressoren, denen die Eltern ausgesetzt sind, immer mehr ab. Nach der offiziellen Zeugnisvergabe wurden Absolventen belobigt, die sich durch ihr soziales Engagement mit ihrer und für ihre Klasse hervorgetan hatten.

In die weitere Zukunft gehende Aspekte, wie sie in den Reden angesprochen wurden, spielten im Verlauf des Tages eine wohl eher untergeordnete Rolle, und die Absolventen waren einfach auf Feiern aus – für jeden Abgänger durchaus nachvollziehbar.



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