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Günter Schulz ist 13 Monate lang mit 15 Kreuzen in niedersächsischen Kirchen unterwegs

Auf Wanderschaft in ganz Norddeutschland

Obernkirchen (rnk). 70 Jahre ist er, sieht bei weitem jünger aus und geht jetzt auf seine künstlerische Abschiedstournee: Günter Schulz hat eine Wanderausstellung zusammengestellt, die in den nächsten 13 Monaten in ganz Niedersachsen zu sehen sein wird. "Es ist ein Höhepunkt in meinem Künstlerleben", so der Obernkirchener.

veröffentlicht am 23.01.2007 um 00:00 Uhr

Günter Schulz

Rund 15 Exponate will er zeigen, fast alles sind Kreuze, die er in den letzten Jahren angefertigt hat. Oftmals hat Schulz dazu natürlich Holzmaterial genommen, schließlich ist er Tischlerlehrling, Geselle und Meister, der viele Jahre selbstständig arbeitete und dabei wenig Zeit für die Kunst hatte. So hat er aus einem alten Küchentisch mit Schublade und Zarge ein Kreuz gefertigt, das auch noch begrünt ist - schließlichist Grün die Farbe der Hoffnung, die Farbe des Lebens. Und auf einem anderen Kreuz ist in der Mitte ein Türgriff befestigt: Das Symbol des Christentums schlechthin öffnet die Tür zu einem anderen Leben - und dort erblickt der Suchende in einem Spiegel sich selber. Es ist der Umgang mit dem alltäglichen Material, aus dem Schulz mit handwerklichem Können seine künstlerischen Ansprüche umsetzt, der bei ihm so fasziniert: Er will nicht wild darauflos gestalten und seine Kreativität ausleben, sondern überlegt vorher genau, was er möchte. Auf Wanderschaft geht auch sein großes Kettenkreuz, das 2003 in der Stiftskirche zu sehen war: Schulz hat die Kettenösen mit Schweißpunkten so miteinander verbunden, dass sie ein starres Gebilde ergeben. Und diese Ketten verweisen auf die Ketten und Fesseln, die Jesus nach seiner Verhaftung angelegt wurden. Seiner Freiheit beraubt, musste er sich verhöhnen und schlagen lassen - aber seine innere Freiheit konnte nicht in Fesseln gelegt werden. Doch das Kreuz ist bei Schulz stets mehr als das bekannte Zeichen. Er will das vertraute, manchmal zu selbstverständliche Zeichen des Glaubens neu erschließen, hat es einmal Pastor Wilhelm Meinberg formuliert. Am 21. Februar beginnt die Wanderausstellung in Hess. Oldendorf, wo sie einen Monat in der Kirchengemeinde St. Marien zu sehen sein wird. Danach zieht sie in das Hamelner Münster um, ehe sie über die Stationen Kemnade, Hemmingen, Hitzacker, Verden, die Christuskirche in Hannover und Nienburg im Schloss Ricklingen am 5. März 2008 geschlossen wird.

Auch das Acrylkreuz aus dem Kreuzgang des Obernkirchener Stifts
  • Auch das Acrylkreuz aus dem Kreuzgang des Obernkirchener Stifts geht ein Jahr auf Wanderschaft. Fotos: rnk


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