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"Antikhändler aus Tradition": NDR dreht Reportage über die Reinhards und ihre Scheune

Auf Trödel- und Möbeljagd von Dorf zu Dorf

Exten (clb). Zwischen den alten Eichentischen, vergoldeten Spiegeln und Wagenrädern scheint die Zeit stehen geblieben zu sein: Wie auf einem riesigen alten Dachboden reihen sich die Antiquitäten in der Extener Antikscheune von Peter und Sabine Reinhard aneinander, einige von Spinnweben verschleiert, andere schon etwas morsch.

veröffentlicht am 10.06.2008 um 00:00 Uhr

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Die Reinhards sind waschechte Händler und ziehen noch von Dorf zu Dorf und von Hof zu Hof, um ständig für Möbel- und Trödelnachschub zu sorgen. Und weil es solche waschechten Händler heutzutage kaum noch gibt, ist das NDR-Fernsehen auf das Ehepaar aufmerksam geworden. Von Mittwoch bis Sonnabend waren Fernsehredakteur Tom Schlüter und sein Kamerateam von Hannover nach Exten gereist, um authentische Händlerszenen ebenso festzuhalten wie das allwöchentliche Gedränge auf dem Antikflohmarkt. "Ich habe für die Fernsehreportage ,Antikhändler aus Tradition' gezielt jemanden gesucht, der noch selber über Land fährt und Trödel ausfindig macht", erklärt Tom Schlüter. Über das Internet sei er dann zufällig auf den Extener Händler gestoßen, der ihm "sofort am sympathischsten" gewesen sei. Und zu erzählen haben die Reinhards so einiges aus ihrem Händlerleben: Peter Reinhard, der gebürtig aus Lemgo stammt, hat von klein auf durch seinen Vater in das Geschäft mit den alten Möbeln hineingeschnuppert. Ende der achtziger Jahre sind er und seine Ehefrau Sabine - die durch ihren Mann die Liebe zu Antiquitäten entdeckte - nach Hohenrode gezogen. 1999 hat das Paar dann die Scheune in Exten sowie ein Teil des dazugehörigen Geländes gekauft. Auf etwa 1000 Quadratmetern haben sie alles, was sie im Laufe der Jahre so aufgetrieben haben, ausgestellt - und sich damit inzwischen deutschlandweit einen Namen gemacht. "Die Leute kommen von weit her, um bei uns zu stöbern", sagt Peter Reinhard und erklärt: "Bei uns kann man für ganz wenig Geld schon so manches Schnäppchen machen." Schränke, die zwar in den meisten Fällen noch aufgearbeitet und restauriert werden müssen, gebe es bereits "im Hunderterbe- reich". Seine Frau stimmt ihm zu: "Das Scheunenkonzept hat funktioniert." Die Leute können problemlos mit Auto und Anhänger auf den Hof fahren und die Sachen direkt mitnehmen. "In der Stadt wäre das viel schwieriger", ergänzt sie. Dennoch sei der Handel mit Trödel und Antiquitäten heute nicht mehr so einfach wie früher. "Die Leute sind viel unentschlossener. Vor 20 Jahren, da wurde noch Wort gehalten", sagt Sabine Reinhard. "Heute hingegen ist die Moral ziemlich gesunken." So ist es auch keine Seltenheit, dass die Reinhards, nachdem sie gerade ein antikes Möbelstück von weither gekauft haben und schon längst wieder auf dem Weg nach Hause sind, einen Anruf vom Verkäufer bekommen, dass er es sich anders überlegt hat. "Und dann müssen wir wieder 60 Kilometer zurückfahren", erzählt die Händlerfrau. Da zeigt es sich, dass es sich auch beim alten Handwerk lohnt, mit der Zeit zu gehen. Und deshalb unterstützt auch Sohn Alexander (30) seine Eltern in "technischen Angelegenheiten": Er fotografiert die antiken Stücke und stellt die digitalen Fotos regelmäßig ins Internet. Wer nun neugierig geworden ist, kann gerne sonnabends von 11 bis 18 Uhr beim wöchentlichen Scheunenflohmarkt oder jeden Sonntags von 13 bis 18 Uhr beim Schautag vorbeischauen. Und er darf natürlich die NDR-Nordreportage nicht verpassen. Voraussichtlich wird der Beitrag am Montag, 11. August, von 18.15 bis 18.45 Uhr im NDR-Fernsehen ausgestrahlt.



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