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Zehn Jahre Selbsthilfe "Alkohol im Straßenverkehr" / Vorbereitung auf MPU: Erfolgsquote 90 Prozent

"Auf keinen Fall lügen, sondern Einsicht zeigen"

Landkreis (sk). Seit zehn Jahren bereiten Schaumburger Selbsthilfegruppen "Alkohol im Straßenverkehr" in Zusammenarbeit mit der Suchthilfe des Diakonischen Werks Menschen auf die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) zur Wiedererlangung des Führerscheins vor. Zum kleinen Jubiläum verkündeten die Organisatoren die Erfolgsquote des Gruppenangebots, die demnach bei 90 Prozent liegt.

veröffentlicht am 23.05.2008 um 00:00 Uhr

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Wer mit zu viel Promille am Steuer eines Autos erwischt wird oder gar einen Unfall verschuldet, verliert den Führerschein. Um diesen wieder zu erlangen, muss sich der Alkoholfahrer einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung unterziehen (siehe Kasten). Empfehlenswert sei es, sich bereits bei Beginn der "führerscheinlosen Zeit" um eine Beratung im Hinblick auf das Bestehen der MPU zu bemühen, sagt Diakonie-Mitarbeiterin Corinna Becker-Schäfer. Die Durchfallquote ohne Beratung sei nämlich hoch. Das Diakonische Werk biete in Zusammenarbeit mit den Selbsthilfegruppen "Alkohol im Straßenverkehr" fachgerechte Hilfe an. Wer das Selbsthilfe-Angebot der Diakonie annimmt, sollte unbedingt an den Gruppenterminen, geleitet von ehrenamtlichen Mitarbeitern, teilnehmen, empfiehlt die Expertin. Außerdem erhält der Ratsuchende "im Paket" fünf Einzelgesprächstermine mit hauptamtlichen Mitarbeitern der Diakonie. Gerade die Gespräche in der Gruppe allerdings findet Becker-Schäfer wichtig: "Man übt, über schwierige Dinge zu sprechen. Die Gruppe hat Trainingseffekt". Die MPU sei kein Wissenstest, auf den man sich vorbereiten könne wie auf eine theoretische Führerscheinprüfung. In der psychologischen Untersuchung gehe es vielmehr um den persönlichen Umgang mit Alkohol, um Problembewältigung, und darum, was sich seit dem Führerscheinentzug tatsächlich geändert hat. "Was sich zum Positiven geändert hat", wolle derPsychologe unter anderem herausbekommen, so Gruppenleiter Friedrich-Wilhelm Möhring. "Größtmögliche Ehrlichkeit" empfiehlt hier Becker-Schäfer allen Kandidaten. "Auf keinen Fall lügen", pflichtete Möhring im Pressegespräch bei. Gute Chancen auf eine positive Beurteilung habe, wer "Einsicht in früheres Fehlverhalten" zeige, einen "gefestigten Willen" und vor allem "positive Erfahrung mit einer geänderten Verhaltensweise" aufzeigen könne. Kontakt: Das Diakonische Werk ist in Stadthagen (Bahnhofstraße 16) unter der Telefonnummer (05721) 99 30 20 zu erreichen, in Rinteln (Bäckerstraße 8) unter der Nummer (05751) 96 21 18. Weitere Informationen im Internet unter: www.selbsthilfe-sucht.de .



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