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Verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten für Bauherren im Überblick / Wichtig: Abzahlungsrate nicht zu hoch ansetzen

Auf ins Eigenheim: Wer früh spart, hat mehr davon

Klein anfangen und am besten gut überlegt: So lautet der Rat vieler Experten an Bauherren. Für die anfallenden Kosten gibt es unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten.

veröffentlicht am 06.03.2010 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 11.03.2010 um 10:42 Uhr

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Foto: djd/Massiv-Mein-Haus e.V

Damit der Weg ins eigene Heim bezahlbar bleibt, sollte man die Planung mit Augenmaß vornehmen und nicht zu knapp kalkulieren. Ein Puffer für Unvorhergesehenes lässt Bauherren ruhiger schlafen und erspart Stress. Bei der Überlegung, wie hoch die monatliche Abzahlungsrate ausfallen kann, sollte man eher konservativ vorgehen – „es ist heute durchaus nicht ungewöhnlich, dass Gehälter langsamer steigen als erwartet, und auch vor Zeiten der Arbeitslosigkeit ist niemand restlos sicher“, hat Milko Hascher, Leiter des Filialgeschäfts bei der CreditPlus Bank beobachtet. Grundsätzlich gilt: je mehr Eigenkapital aufgebracht werden kann, desto günstiger wird die Finanzierung der Restsumme. Für die Finanzierung selbst gibt es unterschiedliche Ansätze.

Der klassische Bausparvertrag ist auch heute noch eine beliebte Finanzierungsform. Zum einen gibt er Planungssicherheit, da die Bankzinsen in der Ansparphase festgelegt und damit nicht den Marktschwankungen unterworfen sind. Zum anderen erwirbt der Sparer ein Anrecht auf das Bauspardarlehen, wenn er später mit dem Bau beginnt. Eine häufige Form der Baufinanzierung ist das Annuitätsdarlehen, das sich über die Laufzeit hinweg durch gleich bleibende Kreditraten (Annuitäten) für Zins und Tilgung auszeichnet. An Beliebtheit gewinnt das so genannte Tilgungaussetzungsdarlehen, das allerdings risikobehafteter ist. Oft von Versicherungsunternehmen angeboten, nimmt der Häuslebauer einen Kredit auf und tilgt ihn mit einer eigens dafür abgeschlossenen kapitalbildenden Lebensversicherung. Die Rückzahlung des Darlehens erfolgt, wenn genügend Kapital gebildet oder die Kreditlaufzeit zu Ende ist.

„Wohn-Riester“ ist eine weitere interessante Variante der Finanzierung. Dazu nimmt man einen Kredit für die Hausfinanzierung auf, und der Staat zahlt, ebenso wie bei einem Rentensparplan, Geld dazu. Im Falle einer vierköpfigen Familie können so bis zu 793 Euro pro Jahr vom Staat zur Hausfinanzierung dazu kommen. Einen bestehenden Riestervertrag kann man auch entsprechend umwandeln. Voraussetzung allerdings ist, dass man in der gesetzlichen Sozialversicherung ist.

Energieeffizientes Bauen wird besonders gefördert. Die Investition in einen hohen Wärmeschutz und alternative Heizenergien lohnt sich aber auch, weil die Unterhaltskosten des Hauses dauerhaft niedrig bleiben. Geld vom Staat gibt es über die KfW-Programme (www.zukunft-haus.info). Gefördert wird das KfW Effizienzhaus 70, das 30 Prozent unter dem geforderten Neubauniveau aus der Energieeinsparverordnung (EnEV) in der Fassung von 2009 liegt, sowie das Passivhaus und das KfW Effizienzhaus 85, das 15 Prozent unter EnEV-Standard liegen muss. Bei der Förderung bleibt es dem Bauherren überlassen, ob er sich für eine Kredit- oder eine Zuschussvariante entscheidet. Beim Kredit erhält er einen Tilgungszuschuss, beim Zuschuss gibt es Geld, und der Bauherr stemmt die Finanzierung selbst. Ebenfalls förderfähig sind erneuerbare Energien aus dem Marktanreizprogramm der Bundesregierung, das über die Bafa beantragt werden kann. Werden die Energiestandards nicht erreicht, droht im schlimmsten Fall die Rückzahlung staatlicher Förderungen.

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