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Auf höchstmögliche Leistung gezüchtet

Zunächst bezweifele ich, ob die Imkerei ein Beitrag zum Umweltschutz ist. Die Honigbiene ist das „Schwein des Imkers“, sie ist auf höchstmögliche Leistung gezüchtet. Die häufigsten Zuchtrassen sind die Italienerbiene (A. mellifera ligustica), die Kärntener Biene (A. mellifer carnica) und die Buckfastbiene, eine Kreuzung der italienischen Biene und der einst in Großbritannien heimischen Honigbiene.

veröffentlicht am 17.07.2020 um 21:44 Uhr

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Zu: „Lenze setzt auf Bienenvölker“, vom 9. Juni

Die einheimische Dunkle Honigbiene (Apis mellifera mellifera) ist heute in Deutschland so gut wie ausgestorben. Die Honigbiene genießt nach dem NSG keinen Schutz, sie ist ein Nutztier. Sie braucht sich nur auf das Sammeln von Pollen und Nektar zu konzentrieren, alles andere macht der Imker – Wohnraumbeschaffung, Umsetzen der Bienenkästen zu neuen Futterquellen usw.

Diesen Vorteil haben Solitärbienen nicht. Sie leben alleine, bilden keinen Staat. Es gibt noch etwa 560 Wildbienenarten, die Hummeln mitgerechnet. 180 Arten stehen auf der Roten Liste, über 30 sind schon ausgestorben und kommen nicht wieder. Die Wildbiene hat einen Flugradius von etwa 300 Metern um ihr Nest, sie ist auf Blühflächen in der Nähe ihres Nestes angewiesen.

Die fleißigsten Bestäuber in Obstplantagen (osmia cornuta und osmia bicornis) haben eine Lebenserwartung von 6 bis 7 Wochen und legen in dieser kurzen Zeit ca. 30 Brutzellen an. Fällt nun nur ein Teil eines Bienenstocks, Volksstärke von über 60 000 Bienen, über eine begrenzte Blühfläche zur Futtersuche her, minimieren sich die Nachkommen der Wildbiene durch Futtermangel. „Die Schwächere weicht der Stärkeren.“ Sinnvoll wäre es im Sinne des Naturschutzes, den Wildbienen, Hummeln, Schmetterlingen und Co. den Raum zu gewähren, der für ihr Überleben nötig ist. Wichtig sind hierfür die Anlage von Blühflächen, Nistraum ober- und unterirdisch, auch künstliche Nisthilfen und keine Imkerei in diesen Bereichen. Das wäre Umwelt- und Naturschutz.



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