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Kreisforstamtsleiter beurteilt Zustand kreiseigener Wälder / Buchen auf Bückeberg "im Landestrend"

Auf die Kronenverlichtung kommt es an

Landkreis (mw). Alljährlich informiert ein von den einzelnen Bundesländern herausgegebener Waldzustandsbericht darüber, wie es um den deutschen Wald bestellt ist. Unsere Zeitung hat Bernhard Michel, den Leiter des Kreisforstamtes, befragt, wie dieser die Situation in den kreiseigenen Forsten sieht.

veröffentlicht am 03.01.2008 um 00:00 Uhr

Die Eichen machen etwa 30 Prozent des Baumbestandes in den Schau

Um den Waldzustand einheitlich beurteilen zu können, ist das gesamte Bundesgebiet laut Michel mit einem Koordinatengitter überzogen worden. Die Kantenlängen der Koordinatenfelder messen dabei jeweils acht Kilometer, in Bereichen mit Eichen- und Buchenbeständen dagegen jeweils nur vier Kilometer. An den "Rasterpunkten" werden in jedem Jahr 26 umstehende Bäume hinsichtlich deren "Kronenverlichtung" - nach der Vollständigkeit der Belaubung - beurteilt. Einfluss auf den Baum-Zustand haben nach den Worten des Experten Schadstoffeinträge in den Boden, Klimaschwankungen, Stürme sowie Schäden durch Insektenfraß und Pilze. Lediglich zwei solcher Rasterpunkte liegen in den insgesamt rund 3400 Hektar (6800 Fußballfelder) umfassenden Waldflächen des Kreisforstamtes. Es ergebe daher keinen Sinn, anhand dieser Daten eine Aussage für den Landkreis Schaumburg zu treffen. Bundesweit biete der Waldzustandsbericht zwar eine "gute Tendenzübersicht", für den Landkreis Schaumburg könne er aber nur einen "subjektiven Eindruck" beschreiben. Hierbei bezieht sich der Kreisforstamtsleiter (außer bei den Eichen) zudem nur auf Bäume, die älter als 60 Jahre sind. Jüngere Bäume lässt er außen vor, da die Kronenverlichtung bei diesen "eher unbedeutend" ist. "Bei den Buchen auf dem Bückeberg liegen wir im Landestrend", sagt Michel. 28 Prozent betrage die für Niedersachsen festgestellte Kronenverlichtung. Das heißt: Bei den Bäumen fehlt 28 Prozent des Laubes oder bei anderen Arten der Nadeln. Im Revier Pollhagen, wo schlechtere Standortbedingungen herrschen, seien die Schäden jedoch größer. Den Eichen (älter als 60 Jahre) habe das regnerische Wetter des Jahres 2007 gut getan. Zudem seien Massenvermehrungen von Schadinsekten (Eichenwickler und Frostspanner) ausgeblieben. Die Auslichtung der Baumkronen entspreche auch hier dem Landesmittel (29 Prozent). Bei jüngeren Eichen (bis 60 Jahre) seien aber - vermutlich wegen schlechter Standortbedingungen - in einigen Beständen "Absterbeerscheinungen" zu verzeichnen. Allerdings gehören Eichen wie auch Buchen laut Michel zu den wenigen Baumarten, die mit der im Schaumburger Wald vorhandenen bis zu zwei Meter starken Tonschicht zurecht kommen. Bei den Fichten ist sich der Forstexperte auf Grund der durch den Sturm "Kyrill" verursachten Schäden sicher, dass deren Zustand "deutlich schlechter" als der niedersächsische Durchschnitt (27 Prozent) ist. Als "stark geschädigt" stuft er diese Nadelbäume ein. Die Kiefer ist dagegen nach Auskunft von Michel "die Baumart in Niedersachsen, der es am Besten geht". 17 Prozent betrage die im Waldzustandsbericht angegebene Kronenverlichtung. Diesen Wert könne er auch "voll für den Landkreis bestätigen", wobei diese Baumart nur in zwei kreiseigenen Forstgebieten (insgesamt 280 Hektar) außerhalb der Landkreisgrenzen zu finden sei. Sturmschäden seien dort ausgeblieben.

Etwa fünf Prozent Waldanteil kreisweit hat die Kiefer - der Zust
  • Etwa fünf Prozent Waldanteil kreisweit hat die Kiefer - der Zustand dieser Baumart ist vergleichsweise gut, Fachleute bezeichnen ihn im Schnitt als schwach geschädigt.
Ein knappes Drittel der Bäume in den Kreisforsten besteht aus Bu
  • Ein knappes Drittel der Bäume in den Kreisforsten besteht aus Buchen. Diese sind im Schnitt mittelstark geschädigt. Ihnen fehlen 28 Prozent des Laubes.

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