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Exkursion des Arbeitskreises Archäologie / Funddokumentation beginnt - Mitstreiter willkommen

Auf den Spuren eines römischen Heerlagers

Rinteln (rd). Der Arbeitskreis Archäologie, der sich regelmäßig im Museum Eulenburg trifft und sich unter anderem der dortigen archäologischen Sammlungen annimmt, blickt auf das erste Jahr seines Bestehens zurück.

veröffentlicht am 07.11.2008 um 00:00 Uhr

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Nach anfänglichen Bibliotheksrecherchen wurde mit einer planmäßigen Funddokumentation begonnen, historische Karten gesichtet und verschiedene Geländebegehungen unternommen. Es erfolgten Besuche im Staatsarchiv und im Landesamt für Denkmalpflege in Hannover, sowie die Teilnahme an koordinierenden Treffen mit anderen niedersächsischen Archäologiegruppen. Zum Tag des offenen Denkmals stellte der Arbeitskreis seine Arbeit und seine Ziele am Bodendenkmal der Burg Arnheim (Hus Aren) in der Bückeburger Niederung vor. Hier soll in Zukunft eine Informationstafel genauere Auskünfte geben. Wichtig ist dem Arbeitskreis das Vertrauen der Grundstückseigentümer und privater Finder. Nur mit diesen gemeinsam kann die Dokumentation der Vorgeschichte erfolgreich sein. Der Arbeitskreis Archäologie begrüßt zugleich die Planungen der drei Landkreise Hameln/Pyrmont, Schaumburg und Nienburg, archäologische Untersuchungen in Zukunft zu verstärken. Die Mitglieder wollen die Behörden mit ihrem Engagement unterstützten. Das Aktionsgebiet des Arbeitskreises umfasst grundsätzlich das gesamte Schaumburger Land. Daher sind insbesondere auch Interessierte aus dem Nordkreis in den Reihen herzlich willkommen. Jüngste Exkursion des Arbeitskreises war der Besuch der Grabung "Auf der Lake" in Porta Westfalica/Barkhausen - hier gab es eine Führung mit Grabungsleiter Dr. Werner Best vom Westfälischen Museum für Archäologie. Gegraben wird hier seit Juli 2008. Veranlassung ist eine bemerkenswerte Dichte römischer Funde aus der Zeit um Christi Geburt. Dies ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund des 2000. Jubiläums der Varusschlacht im kommenden Jahr und einer mittlerweile 200-jährigen Varusforschung von besonderem Interesse. Der Platz in Sichtweite der Porta Westfalica ist offenbar schon seit Jahrhunderten von strategischer Bedeutung gewesen. Bemerkenswert am Grabungsgebiet "Auf der Lake" ist die ungewöhnliche Bandbreite der Funde über einen Zeitraum von mehreren Jahrtausenden. Das rund 15-köpfige Grabungsteam arbeitet sich flächendeckend über das mehr als zwei Hektar große Gelände voran. Aktuell wird im nördlichen Bereich ein Urnengräberfeld aus dem 7. bis 5. Jahrhundert vor Christus freigelegt. An anderen Stellen fanden sich Spuren eines Heerlagers aus dem Dreißigjährigen Krieg mit Feuerstellen und Abfallgruben. Ein eigentliches römisches Heerlager lässt sich bislang nicht nachweisen, immerhin aber, dass das Gelände bereits damals häufig begangen und relativ intensiv genutzt wurde. Es handelt sich um den bislang bedeutendsten römerzeitlichen Fundplatz in unmittelbarer Wesernähe.



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