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Heimatbund-Arbeitskreis besichtigt erst die Paschenburg, dann die Schaumburg

Auf den Spuren der Vergangenheit

Rinteln (rd). Der Heimatbund der Grafschaft Schaumburg feiert sein 100-jähriges Jubiläum. Auch die einzelnen Arbeitskreise bieten in diesem Jahr etwas Besonderes an. So hatte die Juni-Exkursion des Arbeitskreises Wandern die Paschenburg und die Schaumburg zum Ziel.

veröffentlicht am 03.07.2008 um 00:00 Uhr

Die Wanderer fuhren in Fahrgemeinschaften zur Paschenburg, die keine Burg ist, sondern ein Gebäude, das vom Förster Kayser 1842 gebaut wurde, nachdem er den Grund und Boden vom Kurfürsten von Hessen geschenkt bekommen hatte. Hier am Paschenberg spielt die Sage von dem Schaumburger Grafen, der in grauer Vorzeit jeden Morgen die kleine Wichtelfrau Tiemke Meume besuchte und bei ihr einige Stunden verbrachte. Die Gräfin ersann schließlich eine List, um hinter das Geheimnis des Grafen zu kommen und die Besuche zu beenden. Einige mutige Wanderer stiegen ein paar Schritte den Paschenberg hinab, um in etwa zu zeigen, wo das Meimkenloch ist. Von der Paschenburg führt ein wunderschöner Weg erst in östlicher und dann in südwestlicher Richtung hinab zur Schaumburg. Auch hier wurde den Teilnehmern der Wanderung eine sagenhafte Geschichte erzählt. Einst wurde ein junges Mädchen der Hexerei angeklagt. Sie beteuerte immer wieder ihre Unschuld, auch noch nach der Folterung. Nun sollte das "Gottesurteil" entscheiden, die Wasserprobe. Sie wurde aus der Schaumburg hinausgeführt und kam an der alten Linde vorbei. In der Nacht vorher hatte ein Unwetter den Baum zum Umsturz gebracht. Das junge Mädchen brach einen Zweig ab, steckte ihn in die Erde und rief: "So gewiss dies Reis' grünen und wachsen wird, so gewiss bin ich unschuldig!" Die Wasserprobe in den Hexenteichen an der Arensburg fiel für die Unschuldige leider tödlich aus. Mittlerweile steht dort eine sehr alte Linde, die aus mehreren Teilen zu bestehen scheint, sich aber in vollem Grün zeigt. Dann wurde den Wanderern die wechselvolle Geschichte der Schaumburg vorgetragen, die bis zum Jahr 1030 zurückgehen soll. Heute gehört die Anlage dem Bückeburger Fürsten, dessen Familie sie 1912 von Kaiser Wilhelm II. zur Silberhochzeit als Geschenk bekam. Das Burgtor ist noch wunderbar erhalten, es hat nur ein neues Dach bekommen. Bei Ausgrabungen auf der Oberburg in den heute noch sichtbaren Mauerresten fand man Keramikreste aus der Zeit von 900 bis 1000. Von den vier Türmen, die einst die Burganlage beherrschten, ist der Georgsturm mit seiner Höhe von 30 Metern der bedeutendste. Die heutigen bewirtschafteten Gebäude stammen aus der Zeit der Weserrenaissance mit den für die Zeit typischen Schmuckformen. Im Gefängnisturm hängt schon seit Jahren eine alte Stoffpuppe. Der Blick durch die sogenannte Himmelstür und über die dort niedrige Mauer ergibt ein wunderschönes Bild über das über sechs Kilometer breite Wesertal hinüber zum Taubenberg. Die Lust auf das obligatorische gemeinsame Kaffeetrinken hat die Wanderer bewegt, die Schaumburg zu verlassen, denn die Schloss-Gaststätte Schaumburg hat donnerstags ihren Ruhetag. Im Restaurant "Zum Schaumburger Ritter" stärkten sich alle im Schatten einer riesigen blühenden Robinie für den Rückweg hinauf zur Paschenburg zu den dort geparkten Autos. Die drei Damen des Arbeitskreises Wandern, Anneliese Joppke, Helga Pollmann und Edith Lampe hatten wieüblich diese Wanderung wieder bestens vorgeplant und vorgewandert. Nach der Juli-Wanderung des Heimatbundes zum Papenbrink bedarf die August-Tour einer längeren Anfahrt. Ein Bus bringt alle Teilnehmer an das Nordufer des Steinhuder Meeres. Von dort wird zu unterschiedlichen Aussichtspunkten gewandert. Zu allen Wanderungen sind Gäste willkommen.



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