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Im August feierte das Ehepaar Ingeburg und Otto Schwentker seine diamantene Hochzeit / Zehn Jahre pflegte er seine Ehefrau

Auf dem Tanzboden fand er die Liebe seines Lebens

Hameln. 60 Jahre ist Ingeburg Schwentker, geb. Krohne, jetzt mit ihrem Mann Otto verheiratet. Bereits am 15. August feierte das Paar seine diamantene Hochzeit – ein Fest, das nicht viele Ehepaare erleben. Kennengelernt hatten sich die beiden am 26. März 1950 auf dem Tanzboden im Goldenen Stern. Die Hochzeit fand im Jahr 1953 in Daspe und Hehlen statt. Bitter für Ehemann Otto, dass seine Ingeburg gesundheitsbedingt mittlerweile in der Scharnhorst-Residenz leben muss und er sie nicht mehr selbst pflegen kann. Zehn Jahre hatte Otto Schwentker seine ihm Angetraute daheim gepflegt, bis es im April 2012 nicht mehr ging. „Zu Weihnachten habe ich sie dann wieder geholt und es noch mal bis Mitte April versucht“, erzählt der 88-Jährige. „Aber dann ging es wirklich nicht mehr. Jetzt wohne ich eben allein in unserem Häuschen und versorge mich selbst mithilfe meiner Tochter Karin.“ Die Daten seiner Ehe und Liebe hat Otto Schwentker akribisch für unser Gespräch notiert. „Verlobung war am 22. Juli 1951. Am 1. Juni 1955 haben wir unser Haus erworben. 1954 wurde unsere Tochter Helga geboren, 1960 die Tochter Karin.“ Und 1972 seien sie schuldenfrei gewesen.

veröffentlicht am 26.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:41 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß

Aus dem Krieg, den Otto Schwentker bei den Fallschirmjägerpionieren in Italien erlebte, kam er 1947 zurück. „Erst war ich in den USA in Gefangenschaft, dann in England.“ Nur zwei Wochen nach seiner Rückkehr nach Hameln fand der gelernte Maschinenschlosser Arbeit bei Kaminski und reparierte britische Lastkraftwagen. Während die 1929 geborene Ingeburg landwirtschaftliche Haushaltshelferin gelernt hatte und in Hameln bei einem Tierarzt arbeitete, wechselte er 1949 in die Teppichfabrik Besmer und nach mehreren weiteren Stationen 1970 zum BHW. „Als wir geheiratet hatten, habe ich gesagt, ,Ingeburg, Du bleibst zu Hause’. Damals ging das ja noch.“

Als die Bundeswehr gegründet worden sei, habe er gesagt, Soldat wolle er nie mehr werden und habe sich im Zivilschutz engagiert. Auf der Suche nach seinem im Krieg vermissten Vater habe er dann wieder Kontakt zu seinen früheren Kameraden bekommen und sich in der Gemeinschaft der Fallschirmjägerpioniere 23 Jahre im Vorstand engagiert. „Ich war zuständig für Geschichte und den Kameradensuchdienst.“ Erst 1997 habe er erfahren, dass sein Vater in Ostpreußen gefallen war.

Viele Jahre beschäftigte sich Otto Schwentker nach seinem Ausscheiden aus dem BHW mit Militärgeschichte. Das Ergebnis: ein 300-seitiges in 33 Exemplaren im Eigenverlag herausgegebenes Buch über die Geschichte der 4. Fallschirmjägerdivision, ihre Aufstellung, den Kampf in Italien und die Kapitulation.

Ingeburg und Otto Schwentker 1953 als Hochzeitspaar in Hehlen.


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