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Wirtschaftsakademie im Wettbewerb mit der Berufsakademie Weserbergland? / Fördermittel erhalten

Auf dem Feld der Fortbildung wird es enger

Weserbergland (CK). Die Liste ihrer Kunden liest sich wie ein "Who is who" der heimischen Wirtschaft: Actaris ist dabei, die Aerzener Maschinenfabrik, der Anlagenbauer Cemag, Faurecia in Stadthagen oder Heller-Leder aus Hehlen. Sie alle sind mit im Boot bei der im Oktober letzten Jahres ins Leben gerufenen Wirtschaftsakademie Weserbergland, die eine Qualifizierungsoffensive für mittelständische Unternehmen gestartet hat.

veröffentlicht am 31.03.2008 um 00:00 Uhr

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Viel für sich geworben hat die Fortbildungseinrichtung unter dem Dach der Volkshochschule, die sich nicht als Konkurrenz zu bestehenden Angeboten versteht, sondern als "Ergänzung beziehungsweise Weiterentwicklung" (VHS-Verbandsdirektor Rolf Becker), bisher noch nicht. Aber finanziell ist sie bereits ausgestattet worden: Knapp eine halbe Million Euro hat die Regionale Entwicklungskooperation Weserbergland plus (REK plus) für die Wirtschaftsakademie Weserbergland eingeworben. Mit diesen Finanzmitteln hat die Akademie über ihre Geschäftsstellen in Schaumburg, Hameln-Pyrmont und Holzminden neun Experten für Wirtschaftsförderung und Weiterbildung eingestellt, drei für jeden Landkreis. Becker: "In den kommenden Monaten werden die Berater im Landkreis Hameln-Pyrmont kleine und mittelständische Unternehmen ansprechen. In den Beratungsgesprächen mit den dort Verantwortlichen geht es konkret um den tatsächlich notwendigen Bedarf an Personalentwicklung und Qualifizierung für den jeweiligen Betrieb, der derzeit abgefragt wird." Die Angebote sind vielfältig und (noch) kostenlos: Betriebswirtschaft, Marketing, Kommunikation und Kundenorientierung, Mitarbeiterführung, Organisation oder Fremdsprachen, EDV und Informationstechnik, Produktionstechnik oder Gesundheitsprävention - für alles gibt es Angebote. Becker selbstbewusst: "Die Qualifizierung erfolgt orts- und zeitnah in optimal ausgestatteten Räumlichkeiten oder im Betrieb. Das spart Zeit und Kosten. Bei Bedarf kann Fortbildung auch im Verbund organisiert und angeboten werden; auch diese Aufgabeübernimmt die Akademie." Neu sei, so Becker, "dassüber die Wirtschaftsakademie mit ihren Geschäftsstellen in den beteiligten Landkreisen Wirtschafts- und Bildungsexperten an einem Tisch sitzen und damit nicht nur kostenlose Beratung anbieten, sondern auch Qualifizierungsmaßnahmen zu ausgesprochen moderaten Konditionen vermitteln können". Das sei nicht zuletzt möglich dank verschiedener Kooperationspartner, darunter die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer, die Agentur für Arbeit, das Job-Center, der Arbeitgeberverband AdU oder die Weserbergland AG. In deren Auftrag betreibt die Berufsakademie Weserbergland Fortbildung. Hans Ulrich Born, Leiter der Weserbergland AG, sieht das Angebot des Mitbewerbers Wirtschaftsakademie gelassen: "Wir sind beide Kinder des REK und stimmen unsere Aktivität eng miteinander ab. Und die Wirtschaftsakademie ist bis September ja noch in der Projektphase." Ulrich Meyer, Vorsitzender des AdU, hat hingegen, "nur ganz am Rande" mal etwas über die Wirtschaftsakademie gehört. Andreas Manz, oberster Wirtschaftsförderer des Landkreises Hameln-Pyrmont, unterstützt mit seinen Mitarbeitern zwar das "niederschwellige Angebot" und erhofft sich von der Wirtschaftsakademie Weserbergland durchaus eine "Initial zündung" für die Fortbildung von Mitarbeitern gerade in kleinen Betrieben, die sich eine Qualifizierung ihres Personals eigentlich nicht leisten könnten. Auf die auf der Internetseite der Wirtschaftsakademie genannten "Kunden" angesprochen, für die eigentlich überwiegend die Berufsakademie Weserbergland Fortbildung betreibt, gibt Manz sich aber dann doch kritisch: "Diese Betriebe sind mit dem Angebot doch gar nicht gemeint. Ich will hier keinen Wettbewerb. Deshalb hatten wir uns mit der Berufsakademie, die ohnehin im höheren Segment arbeitet, auch eng abge sprochen." Sollte es zu einer Doppelgleisigkeit kommen, sei das nicht im Sinne des Erfinders.



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