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Mindener Standort ist Teil eines Informations-Projekts zum Gütertransport aus den Seehäfen

Auf dem Container-Hafengelände wird es eng

Minden/Bückeburg (mt). Wegen des Anstiegs des interkontinentalen Frachtguts verwandeln sich Binnenhäfen in Außenposten der großen Seehäfen. Nun hat das Bundesverkehrsministerium ein Projekt in Auftrag gegeben, das diese Entwicklung begleitet. Mit dabei: Die Mindener Hafen GmbH. Sie plant seit einiger Zeit den Neubau eines Containerhafens am Mittellandkanal unmittelbar an der Landes- und Stadtgrenze zu Bückeburg.

veröffentlicht am 13.02.2008 um 00:00 Uhr

Weil der Platz auf dem Gelände des Containerhafens in Minden zu

Auch die Hafen GmbH hat sich der Globalisierung zu stellen. Kamen 2006 noch 22 500 Container in Minden an, waren es im vergangenen Jahr 29 006. Und im Januar 2008 wurde gegenüber dem Vorjahresmonat bereits eine Verdopplung der Menge festgestellt. Das Abladen der Behälter von Binnenschiff, Bahn oder Lkw sowie das Auspacken der Ware und die Verteilung auf den Endkunden gehören zum Service der kommunalen Gesellschaft mit neun Mitarbeitern. Mehr als eine Million Euro hat das Bundeswirtschaftsministerium für das Informationsprojekt unter der Federführung der Technischen Universität Hamburg bereit gestellt. Beteiligt sind die Binnenhäfen Braunschweig, Lüneburg, Neuss-Düsseldorf und Minden. Ende vergangenen Monats war Hans Jürgen Hansch, Geschäftsführer der Mindener Hafen GmbH, zum Gründungstreffen beim Bundesverband der Öffentlichen Binnenhäfen in Berlin. Eine Vielfalt an Problemen gebe es im Rahmen des Projekts zu erörtern, so Hansch. Unter anderem stehe die Entwicklung von Liniendiensten zwischen den Binnen- und Seehäfen im Vordergrund. Die Nutzung besonderer Behältersysteme - wie beispielsweise für Gefahrgut - müsse geregelt werden. Terminprobleme durch Zollabfertigung im Freihafen gelte es zu lösen oder die Frage nach ergänzenden Dienstleistungen zum Seehafen sei zu beantworten. Bereits jetzt verfügt der Mindener Hafen über Liniendienste nach Bremerhaven mit dem Binnenschiff und nach Hamburg mit Binnenschiff und Bahn. Im Gegensatz zu anderen Standorten gebe es im Mindener Hafen keine Nutzungskonflikte mit Wohngebieten, meint Hansch. Dafür existiert der Widerstand gegen eine Erweiterung im Bereich Cammer durch ein Logistikzentrum. "Wir brauchen aber den neuen Standort wegen der Flächenentwicklung." Schließlich werde sich Minden auch in Zukunft als Eingangstor der Seehäfen nach Ostwestfalen behaupten müssen. Doch noch andere Probleme machen der Binnenschifffahrt zu schaffen. Da erst im kommenden Jahrzehnt mit Schleusenneubauten für größere Schiffe zu rechnen ist, wird die Investitionsbereitschaft der Branche blockiert. Steigende Energiekosten schaden ebenso wie der Mangel an geeigneten Arbeitskräften. Zudem ist das Durchschnittsalter der Binnenschiffe schon sehr hoch - mehr als 50 Jahren sind Kähne für feste Ladung mitunter schon unterwegs. Ein Problem hat die Mindener Hafen GmbH bereits im vergangenen Jahr gelöst. Ein neuer Stirnstapler wurde beschafft, um die Container noch besser auf der knappen Stellfläche unterzubringen.



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