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Spaß und Strategie: Der Hamelner Thomas Hülsen erfand das pfiffige „Ratzentanz“-Spiel

Auf Beutezug durch die historische Altstadt

Hameln. Eben noch hat die Ratte einen satten Fischvorrat in ihr Nest geschleppt – Schwupps, ist er schon wieder weg! Ein feindlicher Nager hat ihn geklaut. So schnell kann’s gehen beim Hamelner „Ratzentanz“. Manchmal aber werden einer Ratte bei ihrem Beutezug durch die Speicher aber auch so viele Steine in den Weg gelegt, dass sie ihre liebe Mühe hat, an die Vorräte zu kommen und diese sicher in ihrem Nest zu deponieren. Es macht Spaß, das brandneue Hameln-Spiel. Riesen-Spaß sogar. Egal, ob man zu zweit oder zu viert würfelt, ob man 10 oder 99 Jahre alt ist – man wird schnell süchtig. Denn Thomas Hülsens „Ratzentanz“ auf den historischen Pfaden der Rattenfängerstadt lässt viel Raum für Taktik und Strategie, eröffnet etliche Wege, ans Ziel zu gelangen.

veröffentlicht am 12.06.2009 um 19:00 Uhr

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Beutezüge durch das mittelalterliche Hameln

Um Sieger zu werden, braucht man kluge, verfressene Ratten: Der Spieler, dessen Nager zuerst viele unterschiedliche Vorräte ins heimische Nest geschleppt haben, gewinnt. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg durch Hamelns verschlungene mittelalterliche Gassen, durch die Kanalisation, die schnelle Transportwege eröffnet, über magische Treppen und Zwischenlagerungen in sicheren Gebäuden. Die räuberischen Schachzüge der gegnerischen Nagerscharen ergeben sich aus zwei Würfeln – einem Zahlen- und einem Symbolwürfel. Ersterer gibt punktgenau den Weg der Ratten vor, letzterer entscheidet über das Schicksal der Bande. Und natürlich mischt auch noch der Rattenfänger mit, dessen Flötentöne höchst gefährlich werden können – und eine Katze, die den Weg zu den Speichern verstellt.

Keine Angst: Was auf den ersten Blick kompliziert erscheint, erschließt sich am besten während des Spiels. Die Basisregeln haben selbst jüngere Mitspieler schnell drauf, und an den taktischen Finessen lässt sich dank eines raffiniert ausgeklügelten Spielsystems beliebig feilen. Sehr bald wird man dabei seine Lieblingswinkelzüge entdecken, mit denen man ratzfatz Beute machen kann.

Zauberhaft: die Gestaltung des Spielfeldes mit seinen vielen schönen Details und die Holzfiguren. Der Hamelner Thomas Hülsen hat alles selbst entworfen und sich dabei auf das Jahr 1284 konzentriert, als der Rattenfänger in der Weserstadt aufkreuzte. „Damals waren die Vorratskammern und Speicher der Bürger prall gefüllt“, erklärt Hülsen seine Spiel-Idee: „Doch vor den Toren lauerten hungrige Ratten, die in alle Winkel der Stadt einfielen, um Beute zu machen.“ Auf der Suche nach leckeren Happen gehen sie nicht zimperlich vor und räubern nicht nur die Kammern und Speicher, sondern auch die Nester anderer Rattenbanden.

„Die Idee zu dem Spiel hat mich angesprungen wie eine Ratte im Mittelalter“, sagt Thomas Hülsen. Als er nach einem Unfall ans Haus gebunden war, dachte er erstmals an ein Hamelner Rattenspiel. Damals erschien ihm das Ganze noch zu schwierig. Doch im eisigen Januar 2009, als er eingeschneit daheim festsaß, hatte der Hamelner endlich die zündende Idee. Bis zur Umsetzung aber war noch viel zu tun. Ein Vierteljahr arbeitete er fast Tag und Nacht an dem Spiel: „Zwar waren die einzelnen Spielelemente schnell da, aber das Reglement war noch nicht perfekt“, meint Hülsen rückblickend: „Es brauchte noch viele Testspiele und Testspieler, bis alles rund war.“

Lange vorher hatte er schon zur Geschichte Hamelns vor Ort und mithilfe von Museumsmaterial recherchiert – gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Regine Wölk, die Hülsens künstlerische Zeichnungen auf Butterbrotpapier („Das macht einen schönen Strich“) grafisch am Computer umsetzte und die Gestaltung und das Layout für den Hamelner „Ratzentanz“ in die Hand nahm. Im Selbstverlag, dem Abendstern-Spiele Verlag, wurde zunächst eine limitierte Auflage von 1000 Spielen produziert. „Das alles hat nicht nur eine Mordsarbeit gemacht, sondern auch sehr viel Geld gekostet“, gibt Thomas Hülsen zu. Die Stadtsparkasse Hameln half mit einer Finanzspritze, wird einige Exemplare überdies im Rahmen eines Ratespiels beim „Tag der Niedersachsen“ unter die Leute bringen.

Übrigens: Wer das Spiel unter Anleitung des Autors erlernen will, hat dazu bei mehreren Terminen Gelegenheit. Sie werden im Internet unter www.Ratzentanz.de bekannt gegeben.

Das Spiel ist für 34,99 Euro in etlichen Buchhandlungen und einigen Spieleläden zu haben. Es kann auch unter Tel. 05151/783939 bestellt werden.



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