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DSL in Hespe und Samtgemeinde Nienstädt: Bedarfsermittlung in allen Haushalten

"Auf alle politischen Gremien Druck machen"

Hespe (sk). Der schnelle Internetzugang "DSL" ist weder in Hespe noch in anderen Teilen der Samtgemeinde Nienstädt für jedermann verfügbar. Mit dem Ziel das zu ändern, will der Arbeitskreis DSL der Samtgemeinde im November eine Bedarfserhebung durchführen. Das teilte der Fraktionsvorsitzende der SPD im Hesper Rat, Uwe Grone, am Freitagabend in einer Bürgerversammlung in Hespe mit. Eingeladen hatte dieSPD-Fraktion.

veröffentlicht am 22.10.2007 um 00:00 Uhr

Diese Telekom-Karte zeigt die aktuellen Verläufe der für DSL not

Seit drei Jahren führt die Gemeinde einen Schriftverkehr mit der Telekom, eine Bürgerinitiative ist inzwischen aktiv, Unterschriften wurden gesammelt und zwei Bundestagsabgeordnete eingeschaltet, um das DSL-Anliegen voranzutreiben (wir berichteten). Die Telekom soll bewegt werden, notwendige Glasfaserkabel zu legen (siehe Karte) und weitere technische Voraussetzungen zu schaffen, damit DSL in größerem Umfang in Hespe genutzt werden kann. Aus Sicht der Telekom lohnt sich jedoch die Investition nicht - es sei denn, das Unternehmen könnte für die zur Verfügungstellung der zukünftigen Anschlüsse Kostenbeteiligungen einstreichen. Grone stellte den 50 Zuhörern im Gemeindehaus die Rentabilitätsrechnung der Deutschen Telekom AG vor. In der Gemeinde Hespe sind zurzeit 533 Haushalte vorhanden, für die ein DSL-Anschluss unter der Vorwahl "05721" in Frage kommt. Die ebenfalls auf Hesper Gebiet zutreffenden Vorwahlen "05722" (Bückeburg) und "05724" (Obernkirchen) stehen außerhalb jeder Diskussion. 38 Prozent, also rund 200 Haushalte, würden sich laut Erfahrungen der Telekom für einen DSL-Zugang entscheiden. Für diese Zahl gelte eine Kostenbeteiligung von insgesamt 152 200 Euro, zeigte Grone in einer Tabelle auf. Erst ab 401 abgeschlossenen Verträgen würde keine Kostenbeteiligung erhoben. Da aber kaum ein Bürger eine hohe Summe für die Einrichtung eines DSL-Anschlusses zahlen würde, wollen Bund und Land über die Kommunen mit Zuschüssen einspringen, schreiben sich Gemeinden die DSL-Versorgung auf die Fahnen. Um an die Anschubfinanzierung heranzukommen, werde die Samtgemeinde parallel zur Bedarfsermittlung alle Netzanbieter anschreiben und Angebote für das Installieren der technischen DSL-Voraussetzungen einholen. Das sei Voraussetzung für die Zuschussbeantragung, so Grone. Aber selbst wenn die Finanzierung gesichert und die Telekom bereit wäre, in Hespe die erforderlichen Leitungen zu legen, müssten die Hesper sich weiter in Geduld üben. "Das Bauvorhaben zur DSL-Versorgung kann erst nach Zurverfügungstellung der pegelregulierenden Technik (RAM = Rate adaptive Mode) begonnen werden, da in Hespe Wettbewerber bereits aktiv sind. Deren Übertragungssignale dürfen nicht beeinträchtigt werden", teilte die Telekom Bürgermeister Vehling in einem Schreiben mit und gab als Beginn der Tiefbautätigkeit das Quartal 2008 an. Ratsmitglied und Unternehmer Herbert Presser riet, die Wartezeit mit einer satellitengestützten Funk-Alternative zu überbrücken, etwa dem System UMTS. Allerdings müssen hier Zweijahresverträge unterschrieben werden. Als Dauerlösung sieht Grone die Möglichkeit, per Funk ins Internet zu gehen, nicht. Der Fraktionschef ist überzeugt: "Ohne die Telekom wird es nicht gehen. Wir brauchen die Leitung." Dies sieht Grone vor allem mit Blick in die Zukunft, wenn auch das Fernsehen über Glasfaser empfangen wird. Über die Handlungsweise der Telekom ärgerte sich das ehemalige Ratsmitglied Ernst Knake. Nach der Privatisierung des Telefondienstes würden die Menschen nun unterschiedlich behandelt. Knake: "So kann es für die Zukunft nicht sein." Die DSL-Versorgung sei ein Infrastrukturauftrag, von dessen Umsetzung alle Bürger profitieren müssten. Darauf müsse die Politik achten. Knake: "Wir müssen auf alle politischen Gremien Druck machen." Fakten

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