weather-image
24°
Motto: "St. Katharina darf nicht sterben!" / Sonnabend Informationsveranstaltung im Gotteshaus

Auetaler Katholiken kämpfen um ihre Kirche

Rehren (la). Die St.-Katharina-Kirche in Rehren soll profaniert werden. Dies hat das Bistum Hildesheim festgelegt, indem die Kirche im Januar dieses Jahres in die "Abschaffungsstufe" C 2 eingestuft wurde (wir berichteten). Der endgültige Beschluss darüber fällt allerdings erst im Oktober.

veröffentlicht am 23.05.2008 um 00:00 Uhr

Die St.-Katharina-Kirche in Rehren. Foto: la

Der Kirchenvorstand und -rat der katholischen St.-Katharina-Kirche erfuhr davon aus unserer Zeitung und sucht seitdem nach Lösungswegen. "Wir verstehen die Aussage des Bistums, rechtzeitig und aktiv steuern zu wollen, wenn es darum geht, der abnehmenden Bevölkerungszahl Rechnung zu tragen und gegebenenfalls Kirchen zusammenzuführen, bevor die Kirche zum Handeln gezwungen wird oder selber nicht mehr steuern kann", sagt Friedrich Franz Brehmeier vom Kirchenvorstand. Auf der anderen Seite versteht der Kirchenvorstand die Art und Weise der Information durch das Bistum Hildesheim nicht. "Im Nachhinein sehen wir, dass unter dem pastoralen Deckmantel Handlungen vollzogen wurden, die normalerweise nicht akzeptiert werden können", sagt Brehmeier und erläutert die Chronologie. Bischof Homeier habe die Verwaltungsvorlage zur Zusammenlegung vorbereitet. Bischof Norbert Trelle führe jetzt die festgelegte Aktion zur Zusammenführung und Schließung von Kirchen gezwungener Maßen aus. "Ihm ist keine Schuld anzuhängen", so Brehmeier. Pfarrer Norbert Mauerhof aus Obernkirchen sei für das Auetal die ausführende Person. "Im September ist er weg und einen Nachfolger gibt es nicht", stellt Brehmeier fest und fragt: "Wer nimmt die Verantwortung auf sich und spricht mit den abgestoßenen Gemeinden und nimmt sich derer Sorgen und Nöte an?" Pfarrer Ziemens aus Bückeburg verfolge im Moment die Zusammenführung und Auflösung der kleineren Gemeinden und "lässt sich von den Bückeburgern bejubeln, da diese eine steigende Zahl von Gottesdienstbesuchern erwarten". Er selber werde später zuständig für das Auetal, aber auch für Obernkirchen und weiterhin für Bückeburg sein. "Verlässt aber 2009 das sinkende Kirchenschiff", sagte Brehmeier. Der Kirchenvorstand und -rat von St. Katharina im Auetal habe an zahlreichen Sitzungen, die Zusammenlegung der Kirchen betreffend, teilgenommen. "Unsere Wünsche und Befürchtungen haben wir immer vorgetragen, standen jedoch recht allein da", so Brehmeier. Ein Schreiben an das Bistum Hildesheim sei an Klaus Voß in Stadthagen weitergeleitet worden, mit der Bitte, die Stellungnahme der Auetaler im Dialogprozess zur Kategorisierung der Pfarr- und Filialkirchen zu berücksichtigen. Offene Fragen wurden nicht beantwortet. "Kann die Anzahl der Kirchenbesucher ein Entscheidungsgrund für die Schließung der Kirche sein, wenn die Situation ringsum und selbst in Hildesheim nicht anders ist?" fragt der Auetaler Kirchenvorstand und stellt außerdem die Frage, ob es zusammenpasst, wenn im Dom von Hildesheim ein neuer Fußboden für 20 Millionen Euro gebaut wird und im gleichen Moment die minimalen Mittel für den Unterhalt der St.-Katharina-Kirche in Höhe von etwa 4000 Euro pro Jahr gestrichen werden. Sicher sei, dass zum Beispiel die Wierser Katholiken nicht zur Kirche bis nach Bückeburg reisen würden und die Kirchengemeinde im Auetal zu zerbrechen droht. Pastor Ziemens habe eine vertretbare Lösung für den Erhalt von St. Katharina vorgeschlagen - eine Vorabendmesse am Sonnabend in Rehren. Außerdem fordern Kirchenvorstand und -rat, St. Katharina aus territorialen Gründen als A-S-Kirche zu führen. Der Kirche soll als Zentralkirche ein Sonderstatus zukommen. Damit das Bistum Hildesheim diesen Gedanken folgt, muss die Kirchengemeinde zunächst ein Konzept vorlegen, was zurzeit in Arbeit ist. Um der Forderung nach dem Erhalt der St.-Katharina- Kirche Nachdruck zu verleihen, mobilisiert der Kirchenvorstand jetzt die Gemeindeglieder. Am Sonnabend, 24. Mai, findet um 19 Uhr eine Informationsveranstaltung in der Kirche statt, zu der auch evangelische Christen eingeladen sind. Außerdem soll eine Unterschriftenaktion für den Erhalt der Kirche gestartet werden. "Unser Ziel ist es, 2000 Stimmen von Befürwortern für unseren berechtigten Kampf um den Erhalt der St. Katharina zu bekommen", sagte Brehmeier. Mit dem Slogan "Katharina darf nicht sterben" und allen erlaubten Mitteln, wollen die Katholiken um ihre Kirche kämpfen.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare