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Nach zehn Jahren Arbeit als hauptamtliche Bürgermeisterin zieht Ursula Sapia Bilanz

"Auetal hat sich in den Jahren gut entwickelt"

Auetal (rnk). Weil sich CDU und WGA nicht mehr grün waren und sich nicht auf einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten einigen konnten, fiel das Amt der SPD quasi in den Schoß: Ursula Sapia wurde gleichsam über Nacht neue Bürgermeisterin. Damals konnte niemand ahnen, dass nach einer Reform das rein repräsentative Amt zu einem Hauptberuf aufgewertet werden würde. Zwei Mal hat Sapia dann die Wahlen gewonnen, am 31. Oktober wird die Bürgermeisterin ihr Amt abgeben - nach zehnjährigem Wirken für das Auetal. Zeit für eine Bilanz.

veröffentlicht am 23.08.2006 um 00:00 Uhr

Weil Thomas Priemer seit sechs Jahren ihr "Vize" ist, zog Ursula

Eine Bilanz, die Sapia gemeinsam mit ihrem Stellvertreter zog, denn Thomas Priemer hat die Auetalerin sechs Jahre lang als deren "Vize" begleitet. Trotz starker Einbrüche bei den Landeszuweisungen und durch die Reformierung der Steuergesetze, auch Einbrüchen bei der Gewerbesteuer, seien dennoch insbesondere in den vergangenen fünf Jahren wichtige Entscheidungen getroffen worden, so Sapia, die auch noch einige Jahre ihre Wirkung entfalten würden. Besonders Dorferneuerungsprogramme in Escher, Wiersen, Rannenberg und die Ortskernentwicklung in Rehren hätten nachhaltig Einfluss auf die Gesamtentwicklung des Auetals genommen. Vor allem in Rehren sei der Wandel im letzten Jahrzehnt nicht zuübersehen: Die Umstrukturierungsmaßnahmen mit der Aussiedlung des Bauhofs und der Feuerwehr, der Anlegung eines Busbahnhofes und dem Umbau der "Alten Molkerei" waren arbeits- und zeitaufwendige Vorhaben, die ihren Ursprung in dem Ortsentwicklungskonzept von 1992 gehabt hätten. Basierend auf diesem Entwicklungskonzept, vergingen immerhin mit der Herstellung der Rehrener Straße und der Sanierung der Landesstraße in Rehren 14 Jahre Planungsphase, ehe mit Hilfe von Landesmitteln und der Investitionen der Versorgungsträger die Infrastruktur in Rehren komplett erneuert werden konnte. Denn hartnäckig sein, das konnte Sapia auch. Gemeistert hat sie auch den Anspruch auf einen Kindergartenplatz: Er konnte im Auetal stets erfüllt werden. Auch bei der Umstellungsphase durch den Wegfall der Vorschulklassen konnte durch erhebliche Investitionen allen Kindern ein Platz in den vier Kindergärten angeboten werden. Die Einrichtung von Krippenplätzen werde den Wohnstandort Auetal nachhaltig sichern: "Die gute Ausstattung in den Kindergärten und die Sanierung der Grundschule werden in den nächsten Jahren gerade für junge Familien für die Wahl der Heimatgemeinde ein erheblicher Entscheidungsgrund sein", ist sich Sapia sicher. Und auch bei der Feuerwehr hat sich Sapia großes Ansehen erarbeitet. Anfangs war mancher skeptisch: Feuerwehr und eine Frau Bürgermeisterin? Aber sie hat sich ihr Fachwissen erarbeitet, ist vor allem zu Beginn zu jeder Hauptversammlung gegangen - und hat damit auch ein Zeichen gesetzt: "Wir sind für Euch da." In ihrer Amtszeit wurden die Feuerwehren für vielerlei Aufgaben vorbereitet. Dass zwei von ihnen aufgaben, konnte aber auch sie nicht verhindern. Die Vereine im Auetal erhalten seit Jahren Zuschüsse für die Ausstattung und Hilfen bei der Instandhaltung und Sanierung der Sporteinrichtungen. Auch in Zukunft werde die Gemeinde Auetal dafür sorgen, dass im Rahmen eines partnerschaftlichen Miteinanders die Arbeit der Vereine unterstützt wird. Ein Eckpunkt ihrer und der SPD-Politik: der Radwegebau. Mit Hilfe von EU-Mitteln zur Verbesserung der Wirtschaftswege konnte nach langen Jahren endlich der Fuß- und Radweg im Zuge der Ortsdurchfahrt Bernser Landwehr gebaut werden. Der Modellradweg zwischen Rehren und Hattendorf steht unmittelbar bevor, so dass das östliche mit dem mittleren Auetal über einen Radweg zusammengeführt wird. Von hoher Tragweite in ihrer Amtszeit - und keineswegs unumstritten - war dieÜbertragung der Wasserversorgung und der Abwasserbeseitigung an den Wasserverband Nordschaumburg. Das Geld aus den Übertragungen sollen zukünftig notwendige Investitionen ohne Kreditaufnahmen sichern. Durch gesetzliche Vorgaben, aber auch durch Aufgabenverlagerung konnten Personalkosten eingespart werden. Die Verwaltung ist von ehemals 22 Mitarbeitern auf 15 Mitarbeiter geschrumpft. Ebenso wurden Einsparungen im Bauhofbereich erzielt. Bemerkenswert, so Sapia, sei, dass niemand in die Arbeitslosigkeit geschickt wurde. Kurzum: Das Auetal habe sich in vielen Bereichen der kommunalen Daseinsvorsorge gut entwickelt. Sapia: "Trotz starker Einbrüche der finanziellen Mittel in Folge der Massenarbeitslosigkeit in Deutschland, der Steuerreformen und des Geburtenrückganges ist in den letzten zehn Jahren im Auetal sehr viel erreicht worden." Und daher bestehe überhaupt kein Grund, düstere Prognosen für die Zukunft im Auetal abzugeben. Sapia: "Es besteht aber durchaus Grund, auf dem Geleisteten aufzubauen und mit intelligenten Lösungen positiv nach vorne zu schauen."

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