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Krise zwingt Elektronik-Hersteller zu Spar-Betriebsvereinbarung / Pyrmonter Lage „einigermaßen gut“

Auch „Phoenix Contact“ bleibt nicht verschont

Bad Pyrmont/Blomberg (jl). Während viele andere Branchen schon seit Monaten darben, ging es dem Blomberger Elektronik-Hersteller „Phoenix Contact“ mit seiner Pyrmonter Tochter „Phoenix Contact Electronics“ auch in der jüngeren Vergangenheit noch vergleichsweise gut. Doch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise setzt jetzt auch der Automatisierungsbranche zu.

veröffentlicht am 16.02.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Seit Wochen schon kursieren immer wieder Gerüchte von Kurzarbeit bei Phoenix. Aber die gab es bisher nach Unternehmensangaben nicht. „Wir wissen, dass es in der Gerüchteküche brodelt“, erklärte gestern Pressesprecherin Angela Josephs auf PN-Anfrage. „Aber bisher konnte bei uns von Kurzarbeit noch keine Rede sein.“

In Pyrmont andere Lage

als in Blomberg

Allerdings könnte sich das schon bald ändern. Denn, so Josephs weiter: „Geschäftsführung und Betriebsrat verhandeln gerade über Maßnahmen zur Kostenanpassung.“ Konkret heißt das: Der Elektronik-Hersteller muss sparen. Wie, das könnte noch heute in einer Betriebsvereinbarung festgeschrieben werden.

Zu „ungelegten Eiern“ wollte die Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit sich gestern aber nicht äußern. Sie deutete jedoch flexible Arbeitszeitmodelle als eine Möglichkeit an, um dem schrumpfenden Auftragseingang zu begegnen.

In der jüngsten Vergangenheit hatte der Industrieelektronik-Hersteller in der Kur-stadt lediglich Leiharbeitsverträge nicht verlängert, sondern auslaufen lassen. „Leiharbeiter hatten wir zur Abdeckung von Auftragsspitzen eingestellt“, erklärte Josephs.

Allerdings sei die Zahl der Leiharbeitnehmer in der Pyrmonter Niederlassung mit derzeit 193 eher gering; „drei haben wir Ende Januar zurückgegeben“, sagte Josephs.

Derzeit arbeiten nach Angaben des Unternehmens in Bad Pyrmont rund 1060 Menschen; das bei Zeitarbeitsfirmen angeheuerte Personal ist in dieser Zahl nicht enthalten.

Sowie die Betriebsvereinbarung getroffen ist, sollen die Mitarbeiter umfassend informiert werden, stellte Josephs in Aussicht. Denn: „Die Menschen sind durch die Ungewissheit ja auch gestresst.“ Diesen Druck wolle man ihnen nehmen. Im Übrigen sei die Auftragsdecke in den Pyrmonter Abteilungen aber noch „einigermaßen gut“. Josephs: „Hier ist die Situation etwas anders als in Blomberg, weil hier sehr voluminöse Projekte bearbeitet werden.“ Ob und inwieweit das Phoenix Contact-Tochterunternehmen in der Kurstadt von Sparmaßnahmen betroffen sein werde, wisse sie deshalb auch noch nicht.

Generell strebt der Elektronik-Hersteller jedoch nach eigenem Bekunden an, die Arbeitsplätze der Stammbelegschaft dauerhaft zu sichern. Glücklicherweise hänge das Unternehmen nicht nur an einer Branche, sondern bediene sehr verschiedene Industrien.



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