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25 Jahre Heimatverein Kleinenbremen: Jubiläum wird zwei Tage lang gefeiert

Auch nach einem Vierteljahrhundert läuft der Vereinsmotor noch rund

Kleinenbremen (gp). Ihren 25. Geburtstag wollen am kommenden Wochenende (25./26. August) die Kleinenbremer Heimatfreunde feiern. Der Verein gilt wegen seiner ausgeprägten Unternehmungslust als eine der bemerkenswertesten Bürgergemeinschaften weit und breit. "Es fehlte eigentlich nur noch, dass die zur Wahl angetreten wären", blickt der langjährige Ortsratsvorsitzende Dieter Lichte respektvoll-ironisch auf die Anfangszeit zurück. Nur mit Mühe hätten die gewählten Ortsräte die "politische Lufthoheit" im Dorfe behalten können.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 14:40 Uhr

Zu den "dicksten" Vorhaben der Kleinenbremer Heimatfreunde gehör

In der Tat ging der 1982 aus der Taufe gehobene Verein vom ersten Tag an voll zur Sache. Für den nötigen Schwung hatte die 800-Jahr-Feier des Dorfes im Jahr zuvor gesorgt. Schon die Gründungsversammlung legte ein umfangreiches Maßnahmenbündel fest. Ganz oben auf der Liste standen "Förderung der Dorfgemeinschaft", "Verschönerung des Dorfbildes", "Dorfgeschichte" und "Natur- und Landschaftsschutz". Soviel Dorf war, acht Jahre nach der Gebietsreform, nicht nach jedermanns Geschmack. Das Kirchturmdenken der Ewiggestrigen müsse ein Ende haben, war von den Verantwortlichen der neu gebildeten Stadt Porta Westfalica zu hören. Eilfertige Rathausbeamte wollten die Namen der 15 eingemeindeten Orte durch Kennziffern ersetzen. Das war für die ohnehin als unbequem geltenden, stark auf den direkten, jenseits der Landesgrenze gelegenen Nachbarn Bückeburg ausgerichteten Lütkenbremer das Signal zum Widerstand. Spontan entstand die Idee, das neu erwachte dörfliche (Selbst-) Bewusstsein im Rahmen einer organisierten Heimatbewegung am Leben zu erhalten. Erster Vorsitzender wurde Ortheimatpfleger Wilhelm Vogt. Der Dorfschulrektor scharte eine bunte Mischung unternehmungslustiger Aktivisten um sich. Mit von der Partie auch eine ganze Reihe junger Frauen. Das Team ging mit einer Art "professioneller Unbekümmertheit" zu Werke. Mit der Erhaltung und Umsetzung der beiden Lohmann- und Meierhof-Backhäuser, der Anlage eines Dorfteichs und der Rettung und Instandsetzung von zwei Wassermühlen (Harting und Mönkhoff) gelangen fünf "ganz dicke" Bauvorhaben. Nicht minder eindrucksvoll sieht die Bilanz in Punkto Naturschutz aus. Die Palette reicht von Bach- und Baumpatenschaften, Begrünungsaktionen, Anpachtung und Pflege von Biotopflächen, Feuchtwiesenprogrammen, Erfassung der heimischen Wildblumenbestände und pflanzenkundlichen Führungen bis hin zu Ausstellungen und Preisausschreiben. Allein der rechnerische Wert der vom Verein im Laufe der 25 Jahre durchgeführten und in Gang gebrachten Investitionen wird auf mehr als eine Million Euro geschätzt. Ein großer Teil der Projekte und Aktionen wurde in enger Abstimmung mit dem örtlichen Bezirksausschuss durchgezogen - so auch die zehn Starts auf Kreis- und Landesebene beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden". Sie brachten neben Auszeichnungen und Anerkennung auch eine stattliche Summe an Preisgeldern in die "Dorfkasse". Nebenbei tummelten und tummeln sich die Heimatfreunde auch auf kulturellem Gebiet. So liegen mittlerweile rund ein Dutzend heimatkundlicher Broschüren vor, darunter Beiträge über die Kleinenbremer Wassermühlen, die Kirchengeschichte des Dorfes und das Schicksal der jüdischen Einwohner während der NS-Zeit. Daneben gab und gibt es plattdeutsche Abende, Foto-, Mal- und Aufsatzwettbewerbe, Schnatgänge und - last, but noch least - ein umfangreiches, jährliches Mühlen- und Backtageprogramm. Als Beleg dörflicher Kreativität und Experimentierfreude galt über Jahre hinweg das vereinseigene Puppentheater. Die Bühne war mit ihren selbst verfassten Stücken bis nach Berlin unterwegs. 1989 organisierte die Truppe ein Theaterspielfest im Dorfe. Auch heute noch, nach einem Vierteljahrhundert andauernder Bewegung, läuft der Vereinsmotor noch erstaunlich rund. Zur Zeit ist das Engagement der seit 13 Jahren von Walter Caselitz geleiteten Bürgergemeinschaft auf den Ausbau der Mönkhoff-Mühle zur "Energie- und Kulturwerkstatt" konzentriert. Auf dem einstigen Bauernhof sollen - nicht zuletzt vor dem Hintergrundder aktuellen Energie- und Klimadiskussion - neben historischen Formen der Wasserkraftnutzung auch und vor allem die neuzeitlichen Möglichkeiten auf diesem Gebiet mittels Wärmepumpentechnik demonstriert und aufgezeigt werden.

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