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Obernkirchenerin Christine Heckler hilft als OP-Schwester auf schwimmenden Krankenhäusern

Auch Mandela lobt und dankt "Mercy Ships"

Obernkirchen (sig). In der Regel befindet sich ihr Arbeitsplatz im Operationssaal des Bückeburger Krankenhauses Bethel. Man sollte denken, die dort zu leistenden und alles andere als leichten Aufgaben reichen der OP-Schwester Christine Heckler. Weit gefehlt. Sie sucht sich, speziell in ihren Ferien, zusätzliche Herausforderungen. Auch an anderen Stellen in der Welt will sie helfen,körperliche und seelische Not zu lindern. Darüber sprach sie jetzt bei einem Treffen Obernkirchener Landfrauen in der Roten Schule.

veröffentlicht am 12.01.2008 um 00:00 Uhr

Christine Heckler

Christine Heckler hatte sich schon vor Jahren der Hilfsorganisation "Mercy Ships" angeschlossen. Bei ihren Einsätzen arbeitete sie auf Krankenhausschiffen, die vor allem in zahlreichen afrikanischen Häfen anlegten und Menschen von 54 Ländern medizinisch und karikativ betreuten. Die OP-Schwester: "In vielen Entwicklungsländern herrscht bittere Armut und großer medizinischer Notstand. Krankheiten, die inMitteleuropa selbstverständlich behandelt werden können, sind für viele Menschen in der dritten Welt lebensbedrohlich. Die Ärzte- und Schwesternteams von Mercy Ships helfen Menschen, die sonst keine Chance haben, medizinisch behandelt zu werden." Auch Nobelpreisträger Nelson Mandela gehört zu den Bewunderern der internationalen Hilfsorganisation und erkannte deren Leistung unter anderem mit folgenden Worten an: " Mercy Ships hat sich der Vision verpflichtet, mit Hoffnung und Heilung den Kontinent Afrika wieder aufleben zu lassen." Christine Heckler wies in ihrem Erfahrungsbericht darauf hin, dass sich viele in den Entwicklungsländern lebende Menschen in der Nähe von Küsten aufhalten. So sei der Einsatz schwimmender Krankenhäuser, unter anderem auch als Operationsbasen für Einsätze im Landesinneren, sehr sinnvoll. In den vergangenen 30 Jahren seien an Bord 32 500 Operationen durchgeführt worden. Über 300 000 Menschen habe man in dieser Zeit medizinisch behandelt. Die Vortragende sprach auch davon, dass zu den kostenlosenärztlichen Eingriffen vornehmlich Korrekturen bei Fehlstellungen an den Gliedmaßen, Hauttransplantationen nach Verbrennungen, Krebsoperationen, das Beseitigen von Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten, Augenoperationen, und das Entfernen von Fisteln gehören. Seit Mitte des vergangenen Jahres ist das neue Krankenhausschiff, die 152 Meter lange "Africa Mercy", in Westafrika im Einsatz. Es ist ausgestattet wie ein funktionsfähiges Krankenhaus mit sechs Operationssälen und Krankenstationen für die Nachbehandlung von Patienten. Sobald etwas zeitliche Freiräume bestehen, kümmert sich die Besatzung auch um die Fort- und Weiterbildung von einheimischen Ärzten und Krankenschwestern sowie um den Aufbau von Gesundheitsstationen in Dörfern. Zurzeit arbeiten auf diesem schwimmenden Krankenhaus bis zu 450 freiwillige Mitarbeiter aus mehr als 30 Nationen. Was sie zu dieser Arbeit motiviert, ist christliche Nächstenliebe und der Wunsch dort mit anzupacken, wo wirklich Hilfe gebraucht wird. Alle Hilfsprojekte werden aus Spenden finanziert. Christine Heckler: "Ich werde manchmal gefragt, ob die Arbeit von Mercy Ships nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist. Von Deutschland aus gesehen mag es so scheinen. Für die Menschen in Afrika ist jedoch unsere Hilfe häufig der Beginn eines völlig neuen Lebens und neuer Hoffnung."

Das neue Krankenhausschiff wartet wieder: Die "Africa Mercy" bes
  • Das neue Krankenhausschiff wartet wieder: Die "Africa Mercy" besitzt sechs Operationssäle. Christine Heckler wirbt in der Region um weitere Spenden für den guten Zweck. Repro/Foto: sig

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