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Leiter der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule betont Entscheidungsfreiheit

"Auch Kinder aus Niedersachsen dürfen zu uns kommen"

Minden (mt). "Diese Grenze - was heißt das denn? Wir leben in Europa, wir leben im 21. Jahrhundert." Der das sagt, will etwas tun, das der Stadtverwaltung Minden nicht passt: Kinder aus Niedersachsen an einer Mindener Schule aufnehmen - Dieter Stuke, Leiter der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule und damit auch der Dependance in Dankersen. Zum laufenden Schuljahr hat die ihren Betrieb aufgenommen - mit Kindern vom Rechten Weserufer und aus Petershagen (einer Gemeinde ohne eigene Gesamtschule), aber auch mit Schülern aus Cammer und Bückeburg.

veröffentlicht am 22.11.2008 um 00:00 Uhr

Ein Verstoß gegen die Rechtslage, wie bereits im Bildungsausschuss gemunkelt wurde? Stuke: "Nein." Denn im Schulgesetz für NRW heißt es: Der Schulleiter entscheidet über die Aufnahme. Zusatz: Innerhalb des vom Schulträger festgelegten Rahmens. Und genau diesen Rahmen gibt es bisher für die neue Schule nicht. Noch nicht. Im Bildungsausschuss am 25. November wird es genau darum gehen. Die Stadt Minden will dann die Zustimmung der Politik dafür, dass das Schulbüro künftig über die Aufnahme von Kindern aus Niedersachsen entscheidet - und nicht der Schulleiter. Ähnliches soll für die Gymnasien und die Hauptschule Todtenhausen festgelegt werden. Das wäre ein klares Nein in Richtung Niedersachsen. Stuke: "Soll ich dann Geschwisterkinder ablehnen? Welchen Sinn macht so eine Trennung an der Landesgrenze eigentlich wirklich?" Er verweist auch darauf, dass beispielsweise Cammer deutlich näher an der Schule liegt als Petershagen. Stuke ermutigt alle Eltern, die sich für die Schule interessieren, zum "Tag der offenen Tür" der Dependance am 29. November zu kommen und sich über die Arbeitsweise an der neuen Schule zu informieren. Denn er hofft, dass die Politiker der Stadt Minden im Ansinnen nach einer Beschränkung nicht folgen. Und wenn doch? Stuke-Stellvertreter Jörg Witteborg: "Eltern haben das Recht, die Schule für ihr Kind auszuwählen." Es könne also durchaus sein, dass abgewiesene Eltern jemand Höheren zur Entscheidung anrufen. Ergebnis: offen.

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