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Im Agenturbezirk Hameln haben in diesem Jahr 588 Gekündigte sofort eine neue Stelle erhalten

Auch in der Krise dreht sich das Jobkarussell

Weserbergland (mafi). Als Franziska Waldau am 28. Januar die Kündigung in der Hand hielt, glaubte die Emmerthalerin, ihre Welt breche zusammen: In Zeiten der globalen Wirtschaftskrise einen neuen Job zu finden, schien der Zahnmedizinischen Fachangestellten aussichtslos. Ohne Hoffnung meldete sie sich sofort – drei Monate vor ihrem letzten Arbeitstag – bei der Arbeitsagentur. Und war am Ende freudig überrascht: Mit einer neuen Arbeitsstelle in Aerzen blieb ihr das Schicksal der Arbeitslosigkeit erspart. So wie in diesem Jahr bereits 588 Betroffenen im Agenturbezirk Hameln, die sofort an einen neuen Arbeitgeber vermittelt werden konnten. „Trotz aller wirtschaftlichen Probleme ist nach wie vor viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt“, betont Agenturchefin Ursula Rose. „Es geht mehr, als mitunter angenommen wird.“

veröffentlicht am 30.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Franziska Waldau freut sich, bei Zahnarzt Dr. Claus Klingeberg i

Frühzeitige Meldung bei der Arbeitsagentur

Arbeitnehmer, deren Beschäftigungs- oder außerbetriebliches Ausbildungsverhältnis endet, sollten also nicht den Kopf in den Sand stecken. Sie sind allerdings auch gesetzlich verpflichtet, sich spätestens ein Vierteljahr vor Eintritt der Arbeitslosigkeit bei der Arbeitsbehörde zu melden. Ist die Kündigungsfrist kürzer, muss diese Meldung innerhalb von drei Werktagen nach Erhalt der Kündigung erfolgen. Eine Hamelner Sozialpädagogin wandte sich sogar schon sechs Monate vor Auslaufen ihres Jahresvertrages an die Arbeitsagentur. Sie freute sich, als kurz darauf der Geschäftsführer eines heimischen Weiterbildungsträgers sie einlud, sich bei ihm vorzustellen. So kam sie ganz ohne aufwendigen Bewerbungsmarathon an eine neue Beschäftigung.

Die Stellendatei der Arbeitsverwaltung ist keineswegs leergefegt. Im Juli wurden dem Arbeitgeber-Service der Hamelner Agentur 1043 Jobs aus dem ersten Arbeitsmarkt zur Besetzung gemeldet – das waren 18,3 Prozent mehr als im Monat zuvor. Insgesamt gab es im hiesigen Bezirk 3080 Angebote, „nur“ 146 weniger als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus zwar 20 Prozent, dies bedeutet aber, dass im nördlichen Weserbergland dennoch 5914 Stellen über die Arbeitsbehörde zu besetzen waren. 10 343 bei der Agentur registrierte Menschen haben eine Tätigkeit aufgenommen; das sind 991 beziehungsweise 8,7 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres.

Im Juli wurden in der Region 4153 Menschen arbeitslos – 277 mehr als im Juni. Davon kamen 1641 aus einer Beschäftigung und 1326 aus der Ausbildung. Gleichzeitig endete für 3812 Menschen die Arbeitslosigkeit – für 245 weniger als im Vormonat –, wobei 1412 auch tatsächlich eine Arbeit erhalten haben.

Viel mehr offene Stellen bei Fertigungsberufen

Die Nachfrage im Bereich der Fertigungsberufe ist gegenüber Juni um fast 50 Prozent gestiegen. Dort gab es 415 offene Stellen. Gute Chancen haben derzeit insbesondere Schlosser, Mechaniker und Installateure (111 Stellenzugänge) sowie Warenprüfer (78). Der Dienstleistungssektor ist mit 573 offenen Stellen stabil. Hier sind vor allem Warenkaufleute (141 Stellenzugänge) gesucht sowie Arbeitnehmer in sozialpflegerischen Berufen (108), Gesundheitsberufen (47) und Reinigungsberufen (42).

„Aus einem noch bestehenden Beschäftigungsverhältnis heraus ist es in der Regel leichter, eine neue Beschäftigung zu finden“, weiß Antje Eggers, Teamleiterin bei der Arbeitsagentur. „Umso länger die Arbeitslosigkeit dauert, desto schwieriger gestaltet sich die Jobsuche.“

Die Arbeitsverwaltung will deshalb die bürokratischen Hemmnisse so weit wie möglich abbauen: Ab sofort dürfen sich die Arbeitnehmer auch schriftlich – per Brief, E-Mail oder Fax – arbeitsuchend melden. Ebenso kann für die erste Kontaktaufnahme montags bis freitags zwischen 8 und 18 Uhr die Servicetelefonnummer 01801/ 555111 (aus dem Festnetz 3,9 Cent pro Minute) oder das Internet (www.arbeitsagentur.de) genutzt werden. Agentursprecherin Christina Rasokat verspricht: „In jedem Fall erhält der Kunde umgehend einen Termin beim Arbeitsvermittler, bei dem die vorgeschriebene persönliche Meldung unter Vorlage des Personalausweises oder Passes und gültiger Meldebescheinigung nachgeholt wird.“



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