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Wie sich ein diamantenes Ehepaar vor 66 Jahren kennen lernte / Ehrentag im Hause Krumfuß

Auch eine Hochzeit kann Ehen stiften ...

Obernkirchen (sig). Wie das Leben so spielt: Eine Hochzeit kann auch eine "Kontaktbörse" für andere Pärchen sein. So geschehen bei Karl und Frieda Krumfuß, die am heutigen Donnerstag ihre Diamantene Hochzeit feiern können. 1940 hatte in Ostpreußen die Nichte der Jubilarin ihren großen Tag. Deren Bräutigam brachte zur Hochzeitsfeier einen seiner Soldatenkameraden mit. Dem gelang es offenbar sehr schnell, als Tischherr die damals 19-jährige Frieda Klink zu beeindrucken.

veröffentlicht am 09.11.2006 um 00:00 Uhr

Frieda und Karl Krumfuß wurden heute vor 60 Jahren in der Stifts

Der Krieg riss die beiden zunächst auseinander. Als sich die russischen Truppen dem Ort Rastenburg näherten, begab sich die junge Frau zusammen mit der Witwe ihres kurz vorher verstorbenen Chefs, eines Landarztes, auf die Flucht. Am 5. Februar 1945 fuhren sie mit einem Wagen über das tief gefrorene Kurische Haff. Die Front lag nur zwei Kilometer hinter ihnen. Die weiteren Familienmitglieder konnten sich ebenfalls rechtzeitig in Sicherheit bringen. "Als ich im März 1945 mit der Bahn nach Rendsburg fuhr, wo sich meine Eltern nach der Flucht befanden, wurden wir von russischen Tieffliegern beschossen und suchten im Straßengraben Schutz", erinnerte sich die Jubilarin. Der Mann, den sie liebte, kämpfte in Polen und Russland und kam nach einer Frontverletzung nach Heide in Holstein. Dort wurde er in den letzten Kriegstagen interniert. Weil man vorher rechtzeitig die Anschriften ausgetauscht hatte, gab es ein freudiges Wiedersehen in Obernkirchen, dem Geburtsort des Jubilars. Bereits im November 1946 wurde dann in der Stiftskirche geheiratet und 1964 ein eigenes Haus am Jägerweg gebaut. Heute gehören zur Familie zwei Söhne und drei Enkel. Der 91-jährige Karl Krumfuß, ein gelernter Gärtner, und seine sechs Jahre jüngere Ehefrau arbeiteten lange Zeit zusammen in der Schutzgemeinschaft "Deutscher Wald". Zu seinen Hobbys gehören die Geflügelzucht und das Skatspielen. Auch wenn die Augen nicht mehr so wollen, greift er dennoch jede Woche zum Skatblatt.

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