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Wolfhard Müller zeigt WIR Erfolge beim Naturschutz / Einmaliges Biotop / Aber die Begradigungen müssen weg

Auch der Wachtelkönig ist jetzt wieder in der Niederung

Bückeburg. Vertreter der Gruppe WIR für Bückeburg und Vorstandsmitglieder von WIR für Schaumburg haben per Fahrrad unter Leitung von Wolfhard Müller, dem Vize-Vorsitzenden des Fördervereins, die Bückeburger Niederung besucht.

veröffentlicht am 29.09.2008 um 00:00 Uhr

Müller schilderte die mühsame aber erfolgreiche Entwicklung der Niederung, die seit 1989 unter Naturschutz steht. Aufgrund ihrer besonderen ökologischen und kulturhistorischen Flächen sei sie ein einmaliges Biotop in Niedersachsen. Der "Scheier Bruch", ein großer Teilbereich in der Niederung, war immer Überschwemmungsgebiet der Bückeburger Aue. Allerdings wurde die Niederung in der Vergangenheit in ihrer Entwicklung durch Begradigung der Bückeburger Aue und Eindeichung massiv gestört. Daher fordert der Förderverein weiter die Renaturierung der Aue durch Abschaffung der Begradigungen, die ein viel zu schnelles Fließen des Flusses verursachen. Ein 1000 Meter langes Teilstück eines Altarmes der Aue wurde 2007 renaturiert und von den Mitgliedern von WIR besichtigt. Der Förderverein strebt weitere Anbindungen von Altwassern der Aue an den begradigten Flusslaufabschnitten an. Durch den Bau kleiner Wehranlagen soll eine Verlangsamung der Oberflächenentwässerung erreicht und eine zu schnelle Senkung des Grundwasserspiegels verhindert werden. Müller wies bei der Rundfahrt mehrfach auf die gute Entwicklung der Vogel- und Pflanzenwelt hin, die von den Teilnehmern per Fernglas beobachtet werden konnte. Wolfhard Müller: "Wir sind stolz, dass sich auch der unter Naturschutz gestellte Wachtelkönig hier angesiedelt hat". Seiner Meinung nach muss der Naturschutz in diesem Gebiet vor privaten Interessen Vorrang haben. Landwirtschaft und Jägerschaft müssen mit dem Naturschutz in Einklang gebracht werden. Allerdings unterstützen einige Bauern aber auch die Entwicklung der Niederung. Müller wünscht sich weiteren Flächentausch mit privaten Eigentümern zugunsten der Niederung, auch im Bereich der "Amtmannschen Wiesen". Außerdem fordert er Ausgleichsmaßnahmen bei der Entwicklung des RegioPort und Hafen Berenbusch in der Niederung. Um den Hochwasserschutz in den Dörfern zu unterstützen, hält er es für sehr dringlich, die Deiche zurückzubauen, um damit die ehemaligen Überschwemmungsräume wieder herzustellen. Die Niederung sei ein natürliches Rückhaltebecken, ohne das sich das Wasser sonst bis Meinsen zurückstauen kann. Eine intensive Grabenunterhaltung ist aus Sicht des Fördervereins zu vermeiden. Als neues Projekt zeigte Müller der Gruppe auch den 2008 angelegten Rastvogelsee, der mit dazu beitragen soll, die Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen zu erhöhen. Müller begrüßte die Bemühungen des Landkreises und der Stadt Bückeburg, die Niederung zu entwickeln, allerdings sei noch viel zu tun, um das Gebiet zu sichern. WIR für Schaumburg unterstützt die Zeile des Fördervereins und wird sich im Kreistag und Stadtrat weiter dafür einsetzen.

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