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Stadt will Fahrbahn für 105 000 Euro erneuern / Gesamtkosten nicht bekannt

Asphaltdecke für den Bückethaler Kreisel

Bad Nenndorf (rwe). Die Planungsfehler beim Straßenbau im Gewerbegebiet Bückethaler Landwehr kommen die Stadt Bad Nenndorf nun teuer zu stehen. Für 105 000 Euro lässt sie dieses Jahr eine Asphaltdecke in den Kreisel einbauen. Damit sind aber noch nicht alle Schäden beseitigt.

veröffentlicht am 07.03.2007 um 00:00 Uhr

Schilder warnen vor den Bodenwellen im Pflaster an der Bückethal

An die Warnschilder haben sich die Autofahrer in all' den Jahren gewöhnt. "Straßenschäden" warnt die schwarze Welle in Verbindung mit der Vorgabe Tempo 30. Und Bodenwellen gibt es zu genüge im Verbundsteinpflaster im Gewerbegebiet Bückethaler Landwehr. Der alte Streit darum, wer für die Mängel verantwortlich ist, konnte trotz Gutachtern nie ganz geklärt werden und wurde mittlerweile durch einen gerichtlichen Vergleich beigelegt. Ein Teil der Einfahrt haben die beteiligten Firmen schon vor Jahren mit Asphalt überzogen. Für den Rest der Schäden ist die Stadt zuständig, und die will sich dieses Jahr ans Werk machen. Und das ohne großes Aufsehen. So blieb die Position 9576 im Vermögenshaushalt mit ihren 105000 Euro in den Debatten unerwähnt. Stadtdirektor Bernd Reese wundert sich nicht, dass die Politiker an dem Punkt nicht nachfragten. "Wir haben da Handlungsdruck, das wissen alle." Seit Jahren werde der Zustand beklagt. Warum nicht gleich auch die Straße vor "Möbel Heinrich" zwischen den beiden Kreiseln drankommt, kann er allerdings nicht beantworten. Denn auch die gehört der Stadt und macht ebenfalls einen erneuerungsbedürftigen Eindruck. Das Vorhaben der Verwaltung war sogar an den Vorsitzenden der großen Fraktionen vorbei gegangen. "Das machen wir in diesem Jahr?", fragt sich Volker Busse, dessen Gruppe SPD/WGL den Etat beschlossen hatte. Auch er ärgert sich, dass es einst verpasst worden sei, den Planer oder die Firma rechtzeitig und in voller Höhe in Regress zu nehmen. Bei den 105 000 Euro werde es nicht gleiben, weiß Busse. "Das reicht nicht aus." Ellen Hültenschmidt, die mit der CDU den Haushalt aus anderen Gründen abgelehnt hatte, war der Betrag ebenfalls nicht aufgefallen. "Das glaube ich nicht, da haben wir wohl gepennt." Auch sie meint, die Stadt komme nicht umhin, die Oberflächen zu erneuern. Das sei Sache des Bauausschusses. Dort war kein Wort gefallen, obwohl die Verwaltung üblicherweise dort erst ihre Baumaßnahmen vorstellt, bevor der Rat dann auch Geld in den Haushalt stellt. "Das ist mir auch nicht aufgefallen", bekennt der neue Vorsitzende Herbert Kruppa (SPD). Sein Vorgänger Martin Balke (CDU), ebenfalls Mitglied in dem Fachausschuss, weiß von der Summe, auch wenn er die Höhe ad hoc nicht nennen kann. "Da müsste ich nachsehen." Er rät aber dazu, dort zu handeln, schließlich habe die Stadt die Verkehrssicherungspflicht und könnte bei etwaigen Schäden in Regress genommen werden. So sieht das Bernd Reese auch. Die Stadt wolle das Gebiet weiter entwickeln, da müssten die Straßen in Ordnung sein. Deshalb soll nun das wellige Verbundsteinpflaster ersetzt werden durch Asphalt, der auch dem Schwerlastverkehr stand hält. Wie teuer die Bückethaler Landwehr acht Jahre nach ihrer Fertigstellung noch werden könnte, dazu kann Reese nichts sagen. Die Kosten sind nicht ermittelt. Ob am Ende alles bei der Stadt hängen bleibt, steht laut Verwaltung ebenfalls nicht fest. Sie verweist auf Anfrage auf eine gerichtliche Auseinandersetzung um den Teil der Piepmühle am E-Center. "Ein Verfahren läuft immer noch." Mit Rücksicht auf den offenen Ausgang gibt sich die Stadt zugeknöpft. Reese will nähere Angaben erst nach dem endgültigen Urteil machen, mit dem noch 2007 zu rechnen sei. Darauf dürften auch die Politiker gespannt sein. Sie gingen davon aus, die Vergleiche sind geschlossen. Von einem noch offenen Rechtsstreit ist Busse, Hültenschmidt oder Kruppa nichts bekannt.



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