weather-image
13°

Ascher mit Musterkippe

Rinteln (who). Musikboxen der 1930er bis 70er Jahre sind das klingende Thema der aktuellen Ausstellung im Museum Eulenburg in Rinteln. Als stilechte Ergänzung lassen unter anderem Möbelstücke und stumme, typische Zeugen jener Zeit die Vergangenheit zum Greifen nahe rücken. So, wie durch so kleine aber spezifische Accessoires wie diesen Aschenbecher.

veröffentlicht am 21.01.2011 um 17:13 Uhr

Hier werden die Reste des Rauchervergnügens entsorgt, zeigt dieser Aschenbecher an, der zu einer Zeit gehört, die den Tabakjünge

Das Porzellantellerchen mit der glühenden Zigarette zeigt genau an, wofür es gemacht ist. Nämlich, um darin die Asche zu entsorgen. Da aber die Kippe, die am Ende des Rauchervergnügens übrig bleibt, wirklich erbärmlich aussieht, dürfte für die Abbildung ein frühes Stadium der verglühenden „Zichte“ gewählt worden sein. Rauchen sollte laut Werbeversprechen mit der Zigarette im Mundwinkel einen Hauch der großen weiten Welt und gehobenen Lebensgefühls vermitteln. Überall in der Öffentlichkeit durfte gequalmt werden, was der Tabak hergab. Und kaum ein Kino- oder Fernsehheld, der nicht irgendwann mit Pfeife, Zigarre oder Zigarette zu sehen war. Keine Rede von ins Abseits separater Räume oder vor die Eingangstür verbannten Nikotinjüngern, wie heute.

Niemand hätte sich damals über dergleichen ereifert und gesetzliches Eingreifen des Staates gefordert, der zudem und das bis heute noch, einen Großteil seines Steueraufkommens aus dem Tabakkonsum seiner Steuerbürger generiert. Im Gegenteil, wenn man sich an den Ratschlag des Zigarettenmännchens erinnert, das durch die einst erlaubten Kino- und Fernseh-Werbespots geisterte. „Wer wird denn gleich in die Luft gehen, greife lieber zur HB“, klang es Zeitgenossen entgegen, als das Wort Stress es noch nicht einmal in die Umgangssprache geschafft hatte.

Kurzum, rauchen war nicht nur gesellschaftsfähig, sondern auch eine Angelegenheit für ganze Kerle, denen die Frauen zu Füßen lagen. Diese für ihr Teil kamen, nicht selten ermutigt durch weibliche Leinwandgrößen, zunehmend ebenfalls auf den Geschmack der großen weiten Tabakwelt, egal, ob der nun echt ist oder nur durch Werbung suggeriert…



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt