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Eilser Bürgermeister sind sich einig / Kippen im Sand als Gesundheitsgefahr / Gemeinden in der Pflicht

Ascher auf Spielplätzen zum Schutz der Kinder

Eilsen (tw). Zigarettenkippen, von Rauchern in den Sandkästen oder auf den Rasenflächen der Spielplätze in der Samtgemeinde ausgedrückt und "entsorgt", sind nicht nur optisch ein Ärgernis - sie stellen auch eine Gefahr für die Gesundheit der Knirpse da. Fortan soll es diese Gefahr nicht mehr geben, denn: Bei ihrer jüngsten Zusammenkunft haben dieBürgermeister aller Eilser Mitgliedsgemeinden einstimmig beschlossen, dass auf den zehn Kinderspielplätzen Aschenbecher aufgestellt werden. Hinzu kommen Schilder, welche die Raucher dazu auffordern, ihre Kippen - ausschließlich - in besagten Aschern zu deponieren.

veröffentlicht am 08.09.2007 um 00:00 Uhr

Sie stehen in Kürze auf allen Spielplätzen der Samtgemeinde: Asc

Die Einheitslösung für Eilsen geht auf eine Initiative von Bernd Schönemann zurück. Der Samtgemeindebürgermeister: "Wir werden die Aschenbecher für die Spielplätze in Bad Eilsen, Ahnsen, Buchholz, Heeßen und Luhden zentral einkaufen und in Kürze aufstellen lassen." Die Kosten betragen voraussichtlich 150 Euro pro Ascher. Macht unterm Strich 1500 Euro für alle Exemplare. Zahlen soll "ihren" Aschenbecher die jeweilige Gemeinde. Die Verbotsschilder sollen im Rathaus in Eigenarbeit gefertigt werden; sie werden außer auf den Spielplätzen auch an den Gemeindehäusern aufgehängt, in denen das Rauchen gleichfalls untersagt ist. Für das Durchsetzen der Neuregelung sind die Gemeinden verantwortlich. Soll heißen: Sie müssen dafür Sorge tragen, dass die Aschenbecher von den Rauchern auch tatsächlich benutzt werden. Schönemann: "Geregelt ist das Ganze in dem am 12. Juli 2007 beschlossenen ,Niedersächsischen Gesetz zum Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens', auch ,Niedersächsisches Nichtraucherschutzgesetz' genannt. Dort heißt es unter Paragraph vier ,Verantwortung für öffentliche Spielplätze': Die Verantwortung der Gemeinden für die Beschaffenheit der öffentlichen Spielplätze umfasst auch den Schutz der Benutzerinnen und Benutzer vor Passivrauchen und vor Gefahren, die von beim Rauchen entstehenden Abfällen ausgehen.'" Allerdings: Sollten uneinsichtige Raucher die Aschenbecher auf den Eilser Spielplätzen ignorieren und ihre Kippen weiter im Sand oder auf dem Rasen entsorgen, begehen sie nach Auskunft des Samtgemeindebürgermeisters nicht mal eine Ordnungswidrigkeit, für die sie zur Kasse gebeten werden können. Das klingt paradox, ist aber so. Sei's drum. Mit ihrer jüngsten Entscheidung haben die Bürgermeister der Samtgemeinde gleichwohl Weitsicht bewiesen, denn: Die Gesundheitsgefahren, die Kleinkindern durch Zigarettenstummel drohen, wurden bislang unterschätzt. Nikotin ist ein starkes Gift, das ähnliche Wirkungen wie Blausäure hervorruft. Da Kleinkinder in ihrer Neugier vieles Unbekannte in den Mund nehmen, sind sie durch Zigarettenkippen auf dem Spielplatz besonders gefährdet. In den meisten Fällen werden sie die Kippen gleich wieder ausspucken, aber wenn sie Teile einer Zigarette verschlucken, treten Schwindel, Übelkeit und Erbrechen auf. Inhöheren Dosen werden die Atmung und das Herz-Kreislauf-System bedrohlich beeinträchtigt. Eine ganze heruntergeschluckte Zigarette kann für ein Kleinkind tödlich sein. Der Giftnotruf wird in Berlin jährlich rund 260 Mal alarmiert, wenn Kleinkinder Zigaretten oder Kippen verschluckt haben. Nikotin ist damit nach Medikamenten die zweithäufigste Vergiftungsursache bei Kindern.



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