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Stadt: Keine Gefahr für Schüler / Unterricht läuft weiter

Asbest- und PCB-Belastung im Schulzentrum Nord

Hameln. Schlechte Nachrichten zum Thema Schulzentrum Nord drehten sich bisher vor allem um zu erwartende immense Baukosten. Diesmal ist das anders: Gutachter haben im Albert-Einstein-Gymnasium und im Gebäude der Integrierten Gesamtschule (IGS) asbesthaltige Materialien und in einigen Bereichen auch erhöhte PCB-Werte entdeckt, meldete das Rathaus am Donnerstagabend. Experten sähen für die Schüler allerdings keine Gefahr. Es bestehe „kein akuter Handlungsbedarf“.

veröffentlicht am 08.10.2015 um 17:55 Uhr
aktualisiert am 20.01.2016 um 17:52 Uhr

Die Verwaltung habe unmittelbar nach Bekanntwerden der Belastungen die Schulleitungen informiert.
 Derzeit werde das Schulzentrum Nord „auf Herz und Nieren“ untersucht, um den Sanierungs- und Modernisierungsaufwand beziffern zu können. Dazu hat die Verwaltung umfangreiche Gutachten in Auftrag gegeben. Hintergrund: Die Gebäudeteile am Schulzentrum Nord sind in den späten 1960er und den frühen 1970er Jahren errichtet worden. Sie werden von Fachleuten als potenziell problematisch eingestuft, da damals häufig Baustoffe verwendet wurden, die heute als gesundheitsgefährdend eingestuft werden. Deshalb sei das Bremer Umweltinstitut mit der Erstellung eines Gefahrstoffkatasters beauftragt worden, teilt die Stadtverwaltung mit.
 Bei Proben sind die Gutachter unter anderem in Flurbereichen auf asbesthaltige Materialien gestoßen. Für die Einschätzung des Gefahrenpotenzials dieser Stoffe ist die „Rohdichte“ der Materialien entscheidend. Die im Schulzentrum Nord vorgefundenen Materialien wie Buntsteinputze, Spachtel und Farben weisen laut Gutachter mit einer Rohdichte von mindestens 1400 Kilogramm pro Kubikmeter einen hohen Anteil mineralischer Bindemittel und einen vergleichsweise geringen Asbestanteil von etwa 10 bis 15 Prozent auf. „Es handelt sich um stabile Bauprodukte, in denen die Asbestfasern fest eingebunden sind“, erklärt die Stadt. Die Oberflächen bei Asbestzementprodukten seien zudem im Allgemeinen beschichtet, sodass sich Asbestfasern nur „bei außerordentlichen mechanischen Belastungen“ – also etwa beim Bohren oder Abkratzen von Putz – möglich sei, heißt es aus dem Rathaus mit Verweis auf das Bremer Umweltinstitut. Solche Arbeiten sind nun vorerst Tabu.
 In den Dichtmassen der Treppenhäuser des AEG und im Außenbereich des Traktes B der IGS haben die Gutachter außerdem erhöhte PCB-Werte (Polychlorierte Biphenyle) festgestellt. Auch hier sprechen die Experten von einer „allenfalls geringen Gefährdung der Nutzer“, da sich die betroffenen Stellen nicht in den Hauptaufenthaltsbereichen befänden und zudem gut durchlüftet würden.
 Nun würden „Strategien für den ordnungsgemäßen und sachkundigen Umgang“ mit den betroffenen Flächen während des Schulbetriebs und der Bauarbeiten entwickelt, heißt es aus der Verwaltung. Was das konkret heißt, bleibt noch offen. Dass die Bereiche abgeklebt oder abgesperrt werden, sei denkbar heißt es. Der Unterrichtsbetrieb jedenfalls soll ungestört weiterlaufen. Darüber hinaus sind weitere Messungen geplant. fh/red



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