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Rettungsdienst in diesem Jahr bereits 50 Mal auf der Autobahn im Einsatz

ASB fordert Tempo 80 auf der A 2

Barsinghausen (aam). Dienstagmorgen auf der A2 bei Lauenau: Ein Lkw durchbricht die Mittelleitplanke, rast in den Gegenverkehr und tötet drei Menschen. Ein Horrorunfall, der die Zahl der Unfalltoten zwischen dem Autobahnabschnitt Kolenfeld und Rinteln allein in diesem Jahr auf vier erhöht - und die Rettungskräfte psychisch und physisch stark beansprucht. Der Geschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Barsinghausen, Jens Meier, fordert deshalb ein restriktiveres Vorgehen der Behörden.

veröffentlicht am 25.01.2008 um 00:00 Uhr

"Wir können nicht weiter tatenlos zusehen und am Ende des Jahres 50 Tote verzeichnen", so Meier. In diesem Jahr musste der Barsinghäuser ASB-Rettungsdienst aus der Zentrale in der Siegfried-Lehmann-Straße bereits 50 Mal in Richtung Autobahn ausrücken. Doch die Vielzahl der Schreckensmeldungen scheintdie Autofahrer auch weiterhin nur wenig zu berühren: Erst am Mittwoch wurde Meier auf diesem Autobahnabschnitt wieder von einem Lastwagen überholt - deutlich zu schnell, wie der ASB-Geschäftsführer findet: "Entweder nehmen diese Fahrer keine Kenntnis davon, oder sie vergessen schnell wieder solche Horroszenarien wie am Dienstag." Er hält die Situation nach eigenen Worten für Wahnsinn. "Die Politik sollte sich darüber Gedanken machen, wie es weitergehen soll", fordert sein Kollege Michael Schulz, Geschäftsführer der ASB Rettungsdienst gGmbH. Er lebe in Wunstorf und müsse täglich diese Strecke fahren. Auch Schulz empfindet die Vorkommnisse als alarmierend. Sein Fazit: Die A2 sei eine lebensgefährliche Strecke, die manchmal an eine "Lkw-Rallye" erinnere. "Ich fühle mich auf jeden Fall nicht mehr wohl auf diesem Abschnitt." Und die steigenden Unfallzahlen beträfen auch seine Mitarbeiter. Die Einsatzkräfte seien zwar geschult, um auf solche Situationen vorbereitet zu sein - dennoch sei nach einemUnfall wie am Dienstag eine intensive Nacharbeit notwendig. Meier pflichtet ihm bei: "Das kann man nicht locker wegstecken", bei jedem Einsatz dieser Größenordnung werde schubweise Adrenalin ausgestoßen. Davon betroffen seien auch die Einsatzkräfte der Polizei und der Feuerwehren. Für Schulz sind die Lkw-Fahrer das Hauptproblem. Er fordert ein generelles Überholverbot auf der A 2. Meier geht sogar noch einen Schritt weiter: "Auch wenn jetzt viele sagen, der spinnt, ich würde ein durchgängiges Tempolimit von 80 Stundenkilometern für alle Autos begrüßen." Zusätzlich müssten so viele Blitzer wie möglich aufgestellt werden - außerdem sollte es keine Toleranzgrenze mehr geben. Jeder, der nur minimal zu schnell fahre, müsse zur Kasse gebeten werden. Wenn dadurch nur ein Leben gerettet werden würde, hätte es sich schon gelohnt. Er wolle auf keinen Fall alle Autofahrerüber einen Kamm scheren: Unfalltote könnten allerdings nicht der Preis der steigenden Mobilität der Bevölkerung sein.



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