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Bückeburgs Team bei der WM in Dillingen / Mike Tölke in die Nationalmannschaft berufen

"Arschbomber" verpassen knapp das Finale

Bückeburg (jp). Mit mehr als respektablen Ergebnissen ist der in Bückeburg trainierende Niedersachsen-Kader von der Splashdiving World Championship 2006, auch bekannt als Arschbomben-WM, ins heimische Bergbad zurückgekehrt. Zwar verpassten die Turmspringer um ihren Krainhäger Teamchef Hans-Dieter Pentzek im entscheidenden Einzelspringen ganz knapp die Finalhürde und damit den Einzug in die Runde der besten 16, doch für einen von ihnen zahlte sich allein die WM-Teilnahme mehr als nachhaltig aus: Mike Tölke (19) aus Stadthagen fiel beim Training und beim Qualifying so positiv auf, dass er von Nationaltrainer Christian Guth vom Fleck weg für die deutsche Nationalmannschaft nominiert wurde. In der Mannschaftswertung ergatterten die Niedersachsen Rang fünf.

veröffentlicht am 17.08.2006 um 00:00 Uhr

Das Bückeburger Arschbomben WM-Team: Adrian Kostzab (18, v.l.),

Mit knapp 50 Springern aus mehreren europäischen Nationen wies die Arschbomben-WM am vergangenen Wochenende im saarländischen Dillingen zwar ein etwas schwächeres Teilnehmerfeld auf als im Vorjahr, doch leichter wurde es dadurch für das Team aus Bückeburg nicht: "Das Niveau der Sprünge ist enorm gewachsen und somit die Möglichkeit,sich für das Finale zu qualifizieren, sehr viel schwieriger geworden", berichtet Team-Chef Pentzek, der zudem in diesem Jahr auf Turmspringer Ulrich Kattge aus Bückeburg verzichten musste. Bewertet wurde vor allem der Schwierigkeitsgrad der akrobatischen Figuren, die die Athleten bei ihren jeweils drei Sprüngen vom Zehn-Meter-Turm in der Luft absolvierten. Die Sprungtechnik selbst hatten die Teams zuvor bei der Meldung ihrer Mitglieder mit anzugeben. Adrian Kostzab (18) aus Kleinenbremen legte einen guten Start mit einem "open board", einer Schraube in ein "open board" und einem Salto mit halber Schraube in ein gerades "board" hin: Platz 18, 312,8 Punkte und damit um knapp 20 Punkte am Finale vorbei. Teamchef Pentzek folgte mit einem "Brauni", einem Salto rückwärts in den "Cannonball" und einem Auerbach-Salto in den Anker, was ihm 290,95 Punkte und Platz 19 eintrug. Der von einer heftigen Erkältung geplagte Mike Tölke legte zunächst mit einem normalen "board" gut vor, patzte dann aber ausgerechnet in seiner Paradedisziplin, dem Salto mit mehreren Schrauben. Dennoch: National-Coach Christian Guth, der sich übrigens mit uneinholbaren 675,1 Punkten auch die Weltmeisterschaft sicherte,zeigte sich vom Potential des 19-jährigen Stadthägers so angetan, dass er ihn ins deutsche Nationalteam berief. "Eine tolle Leistung, für die sich Mike ganz allein auf die Schulter klopfen kann", bescheinigte Hans-Dieter Pentzek seinem Springer. Auch mit der eigenen Bilanz zeigte sich der 49-jährige Teamchef zufrieden: "Vergangenes Jahr bin ich noch 160 Punkte gesprungen, die habe ich dieses Mal mit 290,95 Punkten fast verdoppelt." Auf diese Leistung soll aufgebaut werden, und das weiterhin im Bergbad. Im Winter wird dann wieder im Stadionbad Hannover trainiert. Dabei soll das Team in den nächsten Monaten um weitere, möglichst erwachsene Springer anwachsen. Jugendliche Arschbomben-Künstler sind laut Hans-Dieter Pentzek zwar auch jederzeit willkommen, aber: "Eine reguläre Jugendtrainingsgruppe kann ich nicht aufziehen, das kann nur ein Verein." Auch Mike Tölke bleibt dem Bergbad erhalten, wenngleich er in Zukunft häufiger in Trainingslagern und auf Wettkämpfen des Nationalkaders zu finden sein wird.

Es spritzte so schön im Training, und auch Salti und Schrauben k
  • Es spritzte so schön im Training, und auch Salti und Schrauben klappten: Bei der WM aber war in der Vorschlussrunde Schluss.
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