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Gruppe neu im Museum Eulenburg gegründet / Nächstes Treffen am 19. September - Interessierte willkommen!

Archäologie-Arbeitskreis will Raubgräbern zuvorkommen

Rinteln (cok). Ein Neubeginn für die Archäologie im Landkreis Schaumburg, das will der im Museum Eulenburg neu gegründete "Arbeitskreis Archäologie" erreichen. Etwa 30 Interessierte waren zur Gründungsversammlung erschienen, Männer und Frauen, Fachleute und Laien, auch ein paar ganz junge Leute.

veröffentlicht am 13.09.2007 um 00:00 Uhr

Archäologe Dr. Helmut Brandorff dokumentiert Ausgrabungen auf de

"Unsere Museumsvitrinen sind eigentlich sehr gut bestückt mit Fundstücken von der Mittelsteinzeit an", schilderte Museumsleiter Dr. Stefan Meyer. "Doch in den letzten 35 Jahren ist die archäologische Arbeit fast ganz eingeschlafen." Er erinnerte an den Rintelner Lehrer Paul Erdniß, der nach dem zweiten Weltkrieg jedes Fleckchen im Landkreis nach Bodenfunden untersucht hat und an die Arbeit des ehemaligen Beauftragten für Bodendenkmalpflege, Hermann Jürgen Rinne. "Unser Landkreis ist vom Archäologischen her so interessant, war auch Schauplatz so vieler berühmter Schlachten - wir wollen das Feld doch auf keinen Fall der Raubgräberei überlassen!" Graben und Buddeln nach Lust und Laune und dabei vielleicht Bodendenkmäler zerstören, das wird nicht Sache des Arbeitskreises sein. Wo allerdings "Notgrabungen" angesagt sind, dort, wo Bodendenkmäler durch Baumaßnahmen vernichtet zu werden drohen, da sind interessierte und informierte Helfer unbedingt gefragt, und, so Meyer, "keine Sorge, solche Gelegenheiten wird es mehr als genug geben!" Außerdem werde es auch darum gehen, Boden- und Grabfunde aller Art einzuordnen, mit anderen Fundstücken zu vergleichen, in entsprechender Literatur zu forschen. Das Museum besitzt bereits eine Grundausstattung an archäologischem Handwerkszeug: Hohlbohrer für die Altersbestimmung, Metallsonden, um fündig zu werden, Karten, in denen (fast) alle bisherigen Fundorte im Landkreis eingetragen sind, einen Fachzeitschriftsbestand und die heimatkundliche Bibliothek. Auch ein kleiner Finanzfundus für Neuanschaffungen steht bereit. Der Arbeitskreis ist Teil des Heimatbundes der Grafschaft Schaumburg. Die meisten Gründungsmitglieder kommen aus Rinteln und den umliegenden Dörfern, ein Lipper aber ist auch darunter, ebenso einige Stadthäger und ein Wiedensahler. Da sind geschichtsinteressierte Schüler und eine Studentin der Vor- und Frühgeschichte, Leute, die ihre eigenen Fundstücke gern beurteilen können möchten und andere, die bereits Erfahrungen gesammelt haben rund um die Archäologie. Dirk Eggers ist dabei, im Bauamt zuständig für die Denkmalpflege und Reinhold Koch, Leiter des Baudezernats. Der lokale Schwerpunkt wird auf den Ruinenstätten, Bestattungsplätzen, historischen Kultur- und Siedlungsorten und Schauplätzen historischer Ereignisse im ehemaligen Landkreis Rinteln liegen, aber auch direkt auf das Rintelner Stadtgebiet bezogen sein, wo es bisher noch keine einzige archäologische Grabung gab. Auch sollen die jeweiligenErgebnisse von den Mitgliedern für die Öffentlichkeit aufbereitet werden. Der "Arbeitskreis Archäologie" trifft sich zum nächsten Mal am 19. September um 19.30 Uhr in der Eulenburg, dann jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat. Interessierte können noch dazustoßen.



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