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Telefonseelsorge legt Jahresbilanz 2006 vor / 72 Ehrenamtliche führen 10 975 Gespräche / Frühling gilt als Problemzeit

Arbeitslosigkeit und Hartz IV beherrschen die Themen

Bückeburg/Oeynhausen (rc). 10 975 Gespräche, und damit fast genau so viele wie im Jahr zuvor, hat die Telefonseelsorge Ostwestfalen im Jahr 2006 geführt. Dazu kommen noch gut 5000 Scherz- und Testanrufe von zumeist jugendlichen Anrufern, die meinten, sie müssten einmal ausprobieren, wie denn eine Mitarbeiterin am Seelsorgetelefon reagiert. Diese Tests seien für die Erreichbarkeit der Telefonseelsorge nicht gerade förderlich, teilte jetzt die Telefonseelsorge in ihrer Jahresbilanz 2006 mit.

veröffentlicht am 18.04.2007 um 00:00 Uhr

Die ostwestfälische Einrichtung nimmt für die Schaumburg-Lippische Landeskirche die Telefonseelsorge wahr. Bei Anrufen aus dem Bereich Schaumburg-Lippe klingelt es bei der Telefonseelsorge in Bad Oeynhausen. Bei der Verteilung der Anrufe im Jahr 2006 auf Männer und Frauen gibt es im Prinzip keine Veränderungen zu den Vorjahren, bilanziert die Telefonseelsorge weiter: Männer haben einen Anteil von 34 Prozent, Frauen von 59 Prozent. Bei einigen Kurzkontakten oder auch bei Gesprächen mit Kindern und Jugendlichen sei das Geschlecht nicht immer sicher einzuschätzen. Festzustellen sei, dass der Anteil an Gesprächen mit dem Thema Einsamkeit im Jahr 2006 angestiegen ist und dass die Themen Arbeitslosigkeit und Hartz IV immer häufiger Anlass eines Anrufes sind. "Damit spiegeln sich Themen, die in der Gesellschaft derzeit im Vordergrund stehen, auch in unseren Gesprächen wider. So manches hinter den Gesprächen stehende Einzelschicksal macht dabei schon sehr nachdenklich." Frühlingshaftes Wetter und österliche Stimmung haben nicht dazu geführt, dass die Mitarbeitenden der Telefonseelsorge Ostwestfalen über Ostern 2007 wenig zu tun hatten. Im Gegenteil: Es gab über die Feiertage sogar 30 Gespräche mehr als an den Weihnachtstagen 2006. Das häufigste Thema der insgesamt 130 Gespräche zu Ostern sei Einsamkeit, es folgen Partnerschaftsprobleme und die Bewältigung des Alltags. "Probleme und Stimmungen nehmen keine Rücksicht auf Feiertage", stellen die Telefonseelsorger immer wieder fest: "Wobei die hohe Gesprächszahl zu Ostern doch ein wenig überraschte." Allerdings passe diese Beobachtung gut zu den Zahlen aus dem Jahr 2006, die deutlich belegten, dass in der Monatsverteilung die Monate März bis Mai die der meisten Anrufe gewesen sind. Probleme würden also nicht in der dunklen Jahreszeit besonders belasten, sondern eher zu der Zeit, in der es draußen zu grünen und zu blühen beginnt. "Dann nämlich fallen eigene dunkle Stimmungen besonders auf, da sie nicht - wie zum Beispiel im November - zur dunklen Jahreszeit passen, sondern sich von Sonnenschein und bunten Farben in der Natur stark unterscheiden." Bewältigt wird der Rund-um-die-Uhr-Dienst von derzeit 72 Ehrenamtlichen, 13 Frauen und Männer befinden sich derzeit in Ausbildung. Mindestens 20 Stunden im Monat setzt sich jeder Mitarbeiter für diese nicht immer leichte Aufgabe ein.



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