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AK Kulturlandschaft: Heckenrodungen stoppen, Weidebäume unter Schutz stellen

Arbeitskreis: Auenlandschaft an der Ellerburg darf nicht zerstört werden

Rinteln (ur). Bislang trat der bereits im Jahre 2005 unter dem Dach des Heimatbundes gegründete "Arbeitskreis Kulturlandschaft" nur selten an die Öffentlichkeit - schließlich mussten die Mitglieder erst eine personelle und inhaltliche Plattform entwickeln, auf der seine Mitglieder arbeiten.

veröffentlicht am 15.02.2008 um 00:00 Uhr

Das Baudenkmal Ellerburg ist mit seinen baulichen Veränderungen

Der regionale Landschaftsschutz versteht sich als Bemühung zwischen Naturschutz und Denkmalspflege - entsprechend bringen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Neigungen, Erfahrungen und Wissen aus unterschiedlichen Bereichen ein. Für den AK Kulturlandschaft formuliert Alfred Schneider das jetzt so: "Der Landschaftsraum ist eine wichtige Ressource. Er ist die kostbare Reserve für Wirtschaft und Wohnen, für Kultur und Tourismus. Landschaft und Landschaftsbild zu schonen und nach Kräften zu erhalten, muss Inhalt einer nachhaltigen zukunftsorientierten Politik sein." Aus dieser Position heraus entwickelte der in Rinteln ansässige Arbeitskreis Überlegungen zum Bereich Ellerburg, der auch eine klare politische Position gegen die bisherige Praxis im Umgang mit diesem sensiblen Areal formuliert. Kritischer Vorwurf: Das ökologische und landschaftlich bedeutsame Gebiet zwischen Eisbergen und Möllenbeck lässt in keinerWeise eine aktive landschaftspflegerische Gestaltung erkennen." Im Grenzbereich zu Stemmen gebe es aktuelle Heckenrodungen, das Gelände an der früheren Ottberger Kapelle sei mit einer betonierten und überdachten Siloanlage besetzt und im Mittelbereich der Auenlandschaft würden Großvögel wie Graugänse und Schwäne zunehmend durch den lärmintensiven Betrieb einer Modellfluganlage verdrängt. Auch der Uferbereich der Weser sei hier nicht zugänglich, das Baudenkmal Ellerburg selbst sei mit seinen baulichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte vom Denkmalsschutz kaum mitgestaltet worden. "Ein Möllenbecker Kiesunternehmen plant offenbar die Ausbaggerung großer Bereiche - der Charakter der letzten großen Auenlandschaft ginge dann verloren." Der Arbeitskreis verfolgt daher für die Perspektive dieses Areals zwei Ziele: Der bestehende Landschaftsschutz soll durch aktive Maßnahmen wiederbelebt werden. Dazu gehören neben Rückwidmung des für Windgewinnung vorgesehenen Bereichs der Abbau störender baulicher Anlagen, die Wiederherstellung der Heckenraine und die Unterschutzstellung der verbliebenen Weidebäume und ein Landschaftsentwicklungsplan nach dem Vorbild der Bückeburger Auenniederung. Dies könne durch eine touristisch aufbereitete Radwanderroute begleitet werden, die auf die ökologische und kulturgeschichtliche Bedeutung verweist. "Mittel- bis langfristig streben wir an, das Gebiet unter Naturschutz zu stellen. Als Auenlandschaft des Wesertals." Zugleich könnten die angrenzenden kleinen Naturschutzgebiete in Niedersachsen ("Osthenuter Teiche" und Nordrhein-Westfalen (Modde, Eisberger Werder) so miteinander verbunden werden.



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