weather-image
Ein besonderer Monat, meint der SZ/LZ-Wetterfrosch - und hofft auf erste frühsommerliche Tage

April April - der macht ja doch, was er will...

Landkreis. "Der April macht, was er will" oder: "Wohl hundertmal schlägt das Wetter um, das ist des Aprils Privilegium." Diese Wetterweisheiten sagen viel über den unberechenbaren Charakter des Monats April aus. Selbst in Nordamerika ist die Launenhaftigkeit des Monats sprichwörtlich. Hier werden die "April showers", die die Blumen sprießen lassen, sogar in Liedern besungen.

veröffentlicht am 27.03.2008 um 00:00 Uhr

Obstbaumblüte vor strahlend blauem Himmel: Das kann der April...

Autor:

Reinhard Zakrzewski

Der Begriff "Aprilwetter" bezieht sich auf einen ganz bestimmten Wettertyp, nämlich eine Schauerwetterlage. Gemeint ist ein rascher Wechsel aus Schauerwolken und sonnigen Abschnitten, der aber auch in allen anderen Monaten auftreten kann. Im April ist dieses Wetterphänomen allerdings besonders eindrucksvoll ausgeprägt. Grund sind erhebliche Temperaturgegensätze zwischendem Boden und den höheren Luftschichten, die in dieser Jahreszeit besonders groß sein können. Das geschieht immer dann, wenn zwischen einem Hochdruckgebiet über dem Nordatlantik und tiefem Druck über Skandinavien mit nordwestlichen oder nördlichen Winden hochreichend polare oder gar arktischeKaltluft nach Mitteleuropa strömt. Einerseits ist diese Luftmasse durch die lange Polarnacht noch sehr kalt, andererseits sorgt die schon kräftige Aprilsonne über dem Festland für eine starke Erwärmung des Bodens und der unteren Luftschichten. Die sich daraus ergebenden vertikalen Temperaturgegensätze fördern unter Tiefdruckeinfluss die Bildung von Regen-, Schneeregen- und Graupelschauern bis hin zu Gewittern. In windschwachen und sternenklaren Nächten ist durch die Ausstrahlung dann sogar mäßiger Frost um minus fünf Grad möglich, der die schon weit entwickelte Vegetation - insbesondere die Obstbaumblüte - schwer schädigen kann. Besonders groß ist die Gefahr über einer Schneedecke, die sich bisMonatsmitte, vorzugsweise in den Abend- und Nachtstunden, durchaus noch bilden kann. Am anderen Ende der Skala kommt der April immeröfter - wie im vergangenen Jahr - fast schon als Sommermonat daher, mit viel Wärme, Trockenheit und Sonnenschein. 2007 brachte er es im Schaumburger Land auf sechs Sommertage (über 25 Grad), maximal 28 Grad und einen monatlichen Wärmeüberschuss von vier Grad. Damit war er in Stadt und Land nicht nur der wärmste seiner Art seit Beginn regelmäßiger Wetteraufzeichnungen und mit rund 245 Stunden der sonnigste, sondern mit nur sechs Litern pro Quadratmeter Regen - seit mindestens 1893 - auch der trockenste. Offenbar zeigen sich im April die Auswirkungen der globalen Klimaveränderungen besonders deutlich. Vergleicht man Temperaturen und Niederschläge der Jahre 1961 bis 1990, der so genannten Klimanormalperiode, mit den Jahren 1991 bis 2007, ist das Bild eindeutig. Während im 30-jährigen Mittel in unserer Region nur 15 zu warme Aprilmonate auftraten, waren es in denvergangenen 17 Jahren schon 14. Zugleich wurde der April, entgegen dem Trend der übrigen Monate, auch etwas trockener, so dass er den Februar als niederschlagsärmsten Monat des Jahres nun deutlich überflügelt hat. Fazit für die anstehenden Aprilwochen: Der Winter wird bald abgehakt sein. Dann können wir uns auf viel Sonne und - zumindest ein paar - schon frühsommerliche Tage freuen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt