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Klaus Bellwinkel von der "b33": "Bei sieben Apotheken sollte Notdienst jeden Mittwoch machbar sein"

Apotheker packt Tabu-ThemaÖffnungszeiten an

Rinteln (wm). Als Rebell sieht er sich nicht, wohl aber als orientiert an den Bedürfnissen der Patienten: Klaus Bellwinkel, der im Januar von Petra Schäfer die b33-Apotheke an der Bahnhofstraße übernommen hat und mit 32 Jahren für einen Generationswechsel in der Apothekerschaft steht, will das in Rinteln seit Jahren diskutierte Thema Öffnungszeiten anpacken und versuchen,alle Apotheker zu einem Gespräch an einen Tisch zu bekommen. Ein Thema, das jüngst auch wieder der Seniorenbeirat angesprochen hatte.

veröffentlicht am 17.06.2008 um 00:00 Uhr

Apotheker Klaus Bellwinkel will mit den Kollegenüber Öffnungszei

Eine vergleichbare Situation wie in Rinteln, wo es immerhin sieben Apotheken gibt, die aber nicht garantieren können, dass jeden Mittwoch Notdienst in der Stadt ist, kannte Bellwinkel vorher nicht. Sein Vater betreibt eine Apotheke in Minden, seine künftige Frau eine Apotheke in Bückeburg - da sind Öffnungszeiten kein Thema. Wobei Bellwinkel das Thema durchaus differenziert sieht und den Schwarzen Peter für die Situation keineswegs einfach nur den Apothekern zuschieben mag. Nach wie vor sei Fakt, dass ein Apotheker während der Öffnungszeiten anwesend sein muss ("und die wollen ja auch mal Mittag und Feierabend machen"), einen Apothekenbetrieb gestützt allein auf Pharmazeutisch-Technische Assistenten (PTA) lasse der Gesetzgeber nicht zu. Nächstes Problem, so Bellwinkel: Realistisch betrachtet rechne sich die zusätzliche Öffnungszeit nicht, wenn am Mittwochnachmittag vielleicht drei bis fünf Kunden kommen - zu verstehen sei das als Service am Patienten. Auf der anderen Seite kann Bellwinkel den Unmut vor allem der Rintelner Senioren verstehen, wenn sie für ein dringend benötigtes Medikament nach Bückeburg, Bad Eilsen oder Minden fahren müssen - und das bei sieben Apotheken am eigenen Ort. Bellwinkel ist optimistisch: "Bessere, kundenfreundlichere Öffnungszeiten müssen auch in Rinteln machbar sein", vor allem vordem Hintergrund der veränderten Wettbewerbssituation der Apotheken allgemein. Wobei Bellwinkel, darauf angesprochen, ein leidenschaftliches Plädoyer für die inhabergeführte Apotheke hält, denn nur da sei der Patient sicher aufgehoben. Wie jüngst in Fachzeitschriften zu lesen gewesen sei, seien bis zu 30 Prozent der im Internet angebotenen Medikamente Fälschungen. Bellwinkel: "Das kann Ihnen bei einer inhabergeführten Apotheke nicht passieren, da lässt sich der Weg eines Medikament vom Hersteller bis zum Ladentisch lückenlos nachvollziehen und am Ende haftet der Apotheker, wenn etwas schief geht." Ein Blick nach England oder in andere Nachbarländer müsse jedem klar machen, dass große Ketten, sprich eine Monopolisierung, nicht im Sinne der Bürger sein könnten: "Das könnte beispielsweise bei uns bedeuten, die nächste Vertragsapotheke der AOK ist in Stadthagen." In Norwegen gebe es deshalb auf dem Land praktisch keine Apotheken mehr. Letzte Frage an Bellwinkel: Was, wenn unter den Apotheken keine Einigungüber erweiterte Öffnungszeiten zu erzielen ist? Bellwinkel: "Dann machen wir das im Alleingang."



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