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In Evesen wächst ein Holunder aus dem Apfel

"Apfelunder" - neue Geschmacksnuance?

Evesen (bus). Eine seltene Symbiose von Apfel- und Holundergewächs erregt derzeit am Weg "Zur Höckersau" die Aufmerksamkeit der Spaziergänger. U nweit der Bückeburger Aue reifen auf einem Stamm nebeneinander grüne Äpfel und Früchte des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra).

veröffentlicht am 18.09.2008 um 00:00 Uhr

Schwarze Holunderbeeren und grüne Äpfel reifen an der "Höckersau

Das traute Miteinander scheint für keine der beiden Pflanzen von nachteiligem Charakter zu sein. "Vielleicht ergeben sich aus dem unmittelbaren Zusammenleben sogar völlig neue Geschmacksnuancen", spekulierte eine Hundebesitzerin. Womöglich könne man aus den Früchten Apfelundersaft keltern. Eindeutig ist, dass es um "Sambucus nigra" ohne seinen Gastgeber schlecht bestellt wäre: Das Geißblattgewächs mit dem dickem Mark und den gefiederten Blättern sprießt in etwa zwei Meter Höhe aus der Rinde des Apfelstamms und verfügt über keinerlei eigene Verbindung zu Mutter Erde. Diese Form von Parasitismus, bei der der eine Partner (Parasit) in oder an dem anderen Partner (Wirt) lebt und sich auf dessen Kosten ernährt, ohne ihn sogleich zu töten, ist in der Natur nicht völlig ungewöhnlich. Als typisches Beispiel gilt die Weiße Mistel (Viscum album), ein immergrüner Halbschmarotzer, der vor allem Laubhölzer, gelegentlich aber auch Nadelhölzer befällt. Ihre Beeren werden von Vögeln, insbesondere von Drosseln und deren spottenden Schwestern, gefressen. Dabei bleiben die klebrigen Samen häufig an den Vogelschnäbeln haften und gelangen per Lufttransport auf andere Bäume. Dem Hund der Spaziergängerin war die Symbiose einerlei - er hob ungeniert das Bein.

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