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Koch: Kritik unberechtigt / Schröder: Anwohner kannten Pläne

Anwohner gegen Pflegeheim: 16 Meter zu hoch, Heim zu groß

Rinteln (wm). Anwohner am Josua-Stegmann-Wall haben sich jetzt zu einer Interessengemeinschaft gegen die Dimension des geplanten Pflegeheims der Hamelner "Kontur Bau Vision GmbH" an der Ecke Klosterstraße/Josua-Stegmann-Wall zusammengefunden. Eine erste Unterschriftensammlung hat inzwischen stattgefunden. Eine weitere ist am Samstag in der Fußgängerzone geplant, außerdem liegen Listen in den Geschäften aus.

veröffentlicht am 02.10.2008 um 00:00 Uhr

Wie Gisela Güffens und Günther Biallas erläuterten, wenden sich die Anwohner nicht gegen das neue Haus, sondern gegen dessen Dimensionen. Das Haus mit über 16 Metern Höhe werde die Einfahrt in den Josua-Stegmann-Wall in eine "Schlucht" verwandeln. Die Anwohner sind der Meinung, das Bauamt habe die Dimensionen des Heimes, das weit in die Straße hinein rage, falsch eingeschätzt. Erster Stadtrat Jörg Schröder zeigte sich einigermaßen verwundert über den jetzt sich artikulierenden Anwohner-Protest: Die Pläne seien seit langem bekannt, in der Presse veröffentlicht und den Anwohnern vorgestellt worden. Mehr noch: Man habe auf Anregungen von Anwohnern den Architekten veranlasst, seine ursprünglichen Pläne zu ändern. Selbst der unmittelbare Nachbar habe schließlich der aktuellen Planung zugestimmt. Bauamtschef Reinhold Koch widerspricht auch der Darstellung der Interessengemeinschaft, das Heim werde ein "Monsterbau". Die Firsthöhe, nicht die Traufhöhe des Pflegeheims, seien 16 Meter, damit wirke das neue Haus optisch sogar kleiner als der Rathaus-Plattenbau mit 16 Metern Höhe - man nehme nämlich eine sich zurückneigende Dachfläche eines Steildaches anders wahr als ein Flachdach auf einem massiven Plattenbau. Koch kann auch die Kritik nicht nachvollziehen, hier habe sich die Stadt dem Willen eines Investors gebeugt - das Gegenteil sei der Fall. Die ursprüngliche Vorstellung des Architekten wie des Projektentwicklers Walter Greve sei weit über das hinaus gegangen, was jetzt realisiert werden soll. Die Pläne seien auf Druck der Verwaltung gleich mehrmals geändert worden. Falsch sei auch die in der Diskussion vorgebrachte Behauptung, die Bäume vor dem Rathaus würden gefällt - das sei nicht der Fall, betonte Koch. Auf dem Gelände des neuen Pflegeheimes würden sogar neue Bäume angepflanzt. Günther Biallas und Gisela Güffens appellieren, das ehemalige Tierarzthaus - das bereits leer steht - zu erhalten, ebenso das Wohnhaus auf dem Rohbraken-Gelände, denn beide Häuser betonten den Wallcharakter. Koch sieht das anders: Die Häuser ständen nicht unter Denkmalschutz. Als weiterer Aspekt sei bisher in der Diskussion kaum berücksichtigt worden, so Marie-Luise Biallas, dass es sich bei den Bewohnern des Pflegeheimes um nicht mehr mobile Senioren der Pflegestufe zwei und drei handeln werde - damit sei der innenstadtnahe Standort praktisch "verschenkt". Besser wäre es gewesen, hier ein Haus mit Seniorenwohnungen zu bauen. Ein geeigneterer Standort für ein Pflegeheim wäre dann schon eher das ehemalige Distelmeier-Gelände am Ostertor, vor allem seit bekannt geworden ist, dass das DRK hier auf den Bau eines Seniorenheimes verzichten will. Selbstverständlich, stimmte hier gestern Koch zu, sei ein Wohnheim die bessere, allerdings auch aufwendigere Alternative. Und dass sich dafür kein Investor gefunden habe, bleibe das ein schöner Wunsch. Der Bau des neuen Pflegeheims istübrigens durch alle Gremien und auch genehmigt - in der nächsten Woche sollen die Bagger anrücken und die Häuser abreißen. Die Interessengemeinschaft kündigte Widerspruch an. Der habe aber, betonte Schröder keine "aufschiebende Wirkung". Stoppen könne die Bauarbeiten nur eine Klage vor dem Verwaltungsgericht. Aber daran denkt die Interessengemeinschaft zurzeit nicht.



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