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Bürgerinitiative für Hochwasserschutz erstmals bei Gewässerschau dabei / Unterhaltungsverband zufrieden mit Exter

"Anwohner besser auf Gefahren aufmerksam machen"

Rinteln (motz/crs). Erstmals hat gestern die Bürgerinitiative für Hochwasserschutz in Exten die jährliche Gewässerschau des Unterhaltungsverbandes "Exter-Wesertal" an der Exter begleitet. Aufgeteilt in zwei Gruppen inspizierten zudem Vertreter des Unterhaltungsverbandes, der Stadt Rinteln, vom Amt für Naturschutz und der Wasserbehörde den Exter-Verlauf im Landkreis Schaumburg.

veröffentlicht am 29.03.2008 um 00:00 Uhr

Die Brücke der Wennenkämper Straße dient für Exten als Staudamm

"Die Anwohner müssen besser auf die Hochwassergefahren aufmerksam gemacht werden, dafür setzen wir uns ein", sagt Jürgen Maack von der Bürgerinitiative. Die Initiative hatte sich als Folge des enormen Hochwassers im August vergangenen Jahres gegründet. Die Exter war damals in der Extener Ossenbeeke sowie im Falkenweg über die Ufer getreten, die Landstraße in Hohenrode war komplett überschwemmt. Eine Möglichkeit, das Bewusstsein für Hochwasserschutz in der Bevölkerung zu steigern, sieht Maack in der Aufstellung eines Pegels in Exten zur Messung des Wasserstandes. Ein solcher Pegel sowie ein Pegelmessgerät stehen bereits an der Brücke der Wennenkämper Straße am Ortseingangsschild Uchtdorf. "Die niedrige Bauart der Brücke dient Exten als Staudamm, gleichzeitig sorgt das natürlich für Überschwemmungen vor der Brücke in Uchtdorf", erklärt Werner Buchmeier, Vorstandsmitglied des Unterhaltungsverbandes. "Hier muss natürlich an alle Anwohner gedacht werden, das macht es sehr schwierig." Die Stauwirkung der Brücke bezweifelt Jürgen Maack. Andere Maßnahmen zum Hochwasserschutz müssten getroffen werden: "Es müssen Auslaufflächen geschaffen werden, ohne Gebäude zu gefährden. Natürlich sind hier auch die Anwohner gefragt." Maßnahmen zur Verlangsamung der Exter, um bei Hochwasser mehr Zeit zum Handeln zu haben, hält Ulrich Tack vom Amt für Naturschutz beim Landkreis Schaumburg nicht für sinnvoll: "Die Situation ist auch abhängig von der Wettersituation. Nach tagelangem Regen kann der Boden das Wasser nicht mehr aufnehmen, da spielt die Geschwindigkeit der Exter keine Rolle." Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sicherung der Böschung, die bei starkem Hochwasser beschädigt werden könnte. "Solange die Bäume stehen, hält auch die Böschung", erklärt Buchmeier. "Aufgabe des Unterhaltungsverbands ist es allerdings, den Gewässerfluss zu sichern, die Böschungssicherung gehört nicht zu unserer Aufgabe." Insgesamt zeigte sich der Unterhaltungsverband zufrieden mit dem Zustand der Exter. Lediglich an einigen Stellen müssen Bäume und Geäst, die den Fluss der Exter behindern, weggeräumt werden. Auch der Ortsrat Exten hat sich in seiner Sitzung am Donnerstagabend mit dem Thema Hochwasserschutz befasst. "Wir sind am Ball, es ist vieles in der Diskussion", schilderte Susanne Hampel, WGS-Ortsratsmitglied und Mitbegründerin der Bürgerinitiative, die Überlegungen nach einem ersten Ortstermin mit Vertretern der Stadtverwaltung, zur Hochwasserprävention die Flutmulde mit einem kleinen Damm zu erhöhen: "Das ist mit relativ geringen Mitteln zu machen." Eine gute Nachricht gab es vom Ersten Stadtrat Jörg Schröder: Die Beratung der Bürger, wie sie ihre Grundstücke vor Hochwasserschäden schützen können, soll von der Stadt organisiert und finanziert werden.



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