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Bauherren: Befürchtungen sind unbegründet / Ein Biohof mit Mutterkuhhaltung soll entstehen

Anwohner besorgt: Neuer Stall mit 50 Kühen?

Hohenrode (wm). Eine Bauvoranfrage bei der Stadt sorgt zurzeit für Gesprächsstoff im Dorf: Von einem neuen, großen Bauernhof mit 50 Kühen ist die Rede, der auf der Höhe am Hellerweg gebaut werden soll - einem ausgefahrenen landwirtschaftlichen Weg mit Verbundsteinpflaster. Anwohner in der Siedlung fürchten bei den vorherrschenden Westwinden eine Geruchs- wie Lärmbelästigung. SPD-Ratsfrau wie Ortsratsmitglied Gerlinde Göldner-Dorka will es genau wissen und hat für die nächste Ortsratsitzung am 25. Oktober eine Anfrage bei der Verwaltung gestellt.

veröffentlicht am 09.10.2007 um 00:00 Uhr

Ute Hasper will mit ihrem Ehemann den neuen Hof nach Bioland-Ric

Ute Hasper aus Uchtdorf, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Rolf die Bauvoranfrage beim Bauamt eingereicht hat, hält alle Befürchtungen für unbegründet. Denn geplant sei keine Milchviehhaltung, erläuterte sie gestern in einem Gespräch, sondern eine Mutterkuhhaltung. Und es sollen nicht 50, sondern voraussichtlich 30 Mutterkühe werden. Mutterkuhhaltung werde im Gegensatz zu Milchvieh extensiv betrieben, Mutterkühe wie Kälber ständen weitgehend draußen, der Stall werde so angelegt, dass es keine Geruchsbelästigung gebe. Es soll ein schöner Hof werden, "mit viel Holz" und Bäumen darum herum und nach Bioland-Richtlinien geführt, ein "Wohlfühl-Hof". Seit 1814 wird auf dem Hasperhof in Uchtdorf Landwirtschaft betrieben, doch in den letzten Jahrzehnten ist der Hof regelrecht von Häusern eingekreist worden und liegt heute praktisch in einem Wohngebiet. Das sei auch das Problem, schildert Ute Hasper, es gebe keine Erweiterungsmöglichkeiten und die Kühe müssten zu weit entfernten Weiden über die Straße getrieben werden. Mit derzeit 12 Kühen trage sich der Hof nicht mehr. Stallgebäude wie Wohnhaus sind gepflegt und renoviert, die Familie hofft deshalb, den Hof (mit zwei Bauplätzen) verkaufen zu können. Gut aufgehoben wären hier vor allem Pferdehalter, sagt Ute Hasper. In einem ersten Anlauf hatten die Haspers sich bereits in Strücken um ein Gelände für einen neuen Hof bemüht - was letztlich an der Grundstücksfrage wie dem Widerstand der unmittelbaren Anlieger gescheitert ist. In Hohenrode habe man es mit mehreren Grundeigentümern zu tun, die Chancen ständen gut, auch die Landwirtschaftskammer habe zumindest für das Wirtschaftsgebäude schon Zustimmung signalisiert, schilderte die Uchtdorferin. Bauamtsleiter Reinhold Koch bestätigte, eine entsprechene Bauvoranfrage liege vor. Derzeit werden die Träger öffentlicher Belange gehört, unter anderem die Untere Naturschutzbehörde, denn die Grundstücke liegen im Landschaftsschutzgebiet. Nicht grundsätzlich ein Problem, Höfe gelten als privilegierte Bauvorhaben.

Der neue Hof soll am Hellerweg noch oberhalb dieses Aussichtspun
  • Der neue Hof soll am Hellerweg noch oberhalb dieses Aussichtspunktes liegen - eine Geruchs- wie Lärmbelästigung hätte man im Dorf nicht zu befürchten, sagt Ute Hasper. Denn Mutterkuhhaltung sei extensiv, die Tiere meist auf der Weide. Fotos: wm

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