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Active Sourcing im Netz erleichtert Personalern die Suche nach Arbeitnehmern

Anwerbung über digitale Kanäle

Bewerbung mit nur einem Klick, Software für den ersten Kandidatencheck, Handyvideos statt Anschreiben: Die Digitalisierung verändert die Suche nach Arbeitskräften und die Art, wie Stellen vermittelt werden.

veröffentlicht am 31.05.2019 um 15:45 Uhr

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Personaler sind verstärkt selbst gefragt. In der Fachwelt spricht man von Active Sourcing. Recruiter oder Headhunter machen sich auf die Suche nach geeigneten Kandidaten. Das passiert vor allem über digitale Business-Netzwerke. „Im akademischen Bereich sind hier Xing oder Linkedin beliebte Wege“, sagt Professor Armin Trost, der an der Business School der Hochschule Furtwangen Personalmanagement lehrt. Entsteht auf diesem Weg ein Kontakt, tauschen die Beteiligten zunächst Eckdaten zur offenen Stelle aus. Für Trost ist das ein besserer Weg, als komplette Unterlagen ohne vorherigen Kontakt zu versenden. „Dabei fällt man ja mit der Tür ins Haus“, sagt der Experte. „Es sollte eher ein Prozess der Anbahnung sein.“ Man äußert per Klick Interesse an einem Job, das Unternehmen kann reagieren.

Die Digitalisierung hat weitere Dialogkanäle zwischen Unternehmen und Bewerbern eröffnet. Einige Firmen bieten potenziellen Kandidaten die Möglichkeit, über den Mes­saging-Dienst Whatsapp Interesse an einem Job zu äußern und Fragen zu stellen. Andere Arbeitgeber haben auf ihren Websites Chatbots – Computerprogramme, die automatisiert mit dem Anwender kommunizieren und Fragen beantworten.

Digitale Bewerberplattformen haben zudem viele Prozesse vereinfacht. Wer sich zum Beispiel online bei Siemens bewirbt, hat die Option, das Anschreiben wegzulassen. Der Lebenslauf und ein Link zum Linkedin-Profil genügen. Der Versandhändler Otto möchte ebenfalls kein Anschreiben – stattdessen beantworten Kandidaten online einige Motivationsfragen.

Gerade junge Bewerber nutzen Videointerviews. „Die Kandidaten laden neben ihren Bewerbungsunterlagen ein Handyvideo hoch. Darin antworten sie meist auf standardisierte Fragen des ausgewählten Unternehmens“, erklärt Martina Niemann vom Bundesverband der Personalmanager. Die Bewerber ermöglichen damit schon vor dem persönlichen Gespräch einen umfassenden Eindruck von sich.

Der Blick in die Zukunft zeigt, dass die Stellenvermittlung bald noch stärker automatisiert ablaufen kann. Und zwar dann, wenn künstliche Intelligenz zum Einsatz kommt. Etwa beim sogenannten Matching, also dem automatischen Abgleich von Kandidatenprofilen und Unternehmensanforderungen. Die Entwicklung steht hier jedoch noch am Anfang.



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