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Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung: Gellermann informiert

Anwalt warnt vor Stolperdrähten

Rehren (kdt). Ganz aktuell aus dem Tagesgeschäft der Berliner Politik ließen sich die Mitglieder der Awo-Ortsgruppe Auetal über Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten informieren.

veröffentlicht am 30.01.2007 um 00:00 Uhr

Ursula Sapia und Rechtsanwalt Kai-Uwe Gellermann. Foto: kdt

Dem Informationswirrwarrüber die verschiedensten Ausführungen und Formulare will, wie dieser Tage zu hören war, die Bundesregierung ein Ende bereiten. Doch bis es eine einheitliche Verfahrensweise in dieser für alle Bürger so wichtigen Angelegenheit gibt, sollten einige Tipps befolgt werden. Rechtsanwalt Kai-Uwe Gellermann aus der Kanzlei Dr. Crombach, Wömpner und Gellermann in Rinteln war auf Einladung der Vorsitzenden der Awo-Ortsgruppe Auetal, Ursula Sapia, in den Spiegelsaal der Alten Molkerei gekommen und brachte das einerseits trockene, anderseits für jeden Einzelnen ganz wichtige Thema in einer Informationsveranstaltung anhand von Beispielen näher. Die Vorsorgevollmacht dient im Wesentlichen der Vermeidung der Betreuung, wenn durch Krankheit oder andere Umstände dies erforderlich wird. "Als Betroffener sollte ich vorher, im gesunden Zustand diese Vollmacht ausstellen und eine Person meines Vertrauens dafür einsetzen, denn ich kann zu jeder Zeit, also auch schon in jungen Jahren, betreuungsbedürftigt werden", so der Rechtsanwalt. Er sieht die Vorsorgevollmacht als Bestandteil einer Lebensplanung an, weil sie grundlegende Dinge des Lebens festlegt, wie Vermögens- und persönliche Angelegenheiten. "Gerade hier", so Gellermann, "können gravierende Fehler gemacht oder Dinge vergessen werden." Ist aber eine Vorsorgevollmacht nicht umfassend und lückenlos in allen Fragen, so wird sie unter Umständen von Behörden oder Ärzten nicht anerkannt und das Gericht kann einen "Berufsbetreuer" einsetzten. Diese "Generalvollmacht", der "Patientenbrief" oder das "Patiententestament" wie die Vorsorgevollmacht auch genannt wird, sollte deshalb von einem Fachmann, am besten von einem Notar ausgestellt werden und alle drei bis fünf Jahre auf seine Aktualität überprüft werden. Die Vollmacht behält über den Tod hinaus ihre Gültigkeit und regelt auch den Nachlass. Die Patientenverfügung dient zur Vermeidung sinnloser lebensverlängernder Maßnahmen. Liegt bei einer schweren Krankheit dem Arzt eine Patientenverfügung vor, die der Patient in einem früheren Zeitpunkt der vollen Urteilsfähigkeit abgefasst hat, so ist diese verbindlich. "Hier wird im Wesentlichen vom Verfasser festgelegt, wie sich Ärzte und Angehörige inder Sterbephase verhalten sollen", so Gellermann, der dabei besonders an die Folgen der Apparate-Medizin, der intensivmedizinischen Behandlung oder künstlichen Ernährung denkt. Die Verfügung ist keine Einwilligung zur Sterbehilfe. "Der Bevollmächtigte (in der Regel sind das Familienangehörige) ist beauftragt, meinen Wünschen Geltung zu verschaffen", so der Rechtsanwalt, der auch bei dieser Verfügung Rechtsbeistand empfiehlt, weil zurzeit keine einheitliche Form diese Angelegenheit regelt.



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