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Brieftaubenverein Weserbote besteht seit 50 Jahren / Für die schnellsten Tauben zahlen Liebhaber fünfstellige Summen

Antenne am Taubenschlag misst die Flugzeit

Hameln. Der Brieftaubenverein 07042 Weserbote Hameln wurde 1962 von Taubensportfreunden gründet. Am Ende des Gründungsjahres gehörten dem Verein bereits 25 Mitglieder an. Kurt-Oswald Ritter erinnert sich als Gründungsmitglied und 2. Vorsitzender: Zu jener Zeit gab es in Hameln und Umgebung mehrere Brieftaubenvereine, und die Tauben wurden für die Preisflüge vor Abflug auf dem Gelände der Kartoffelhandlung Marquardt in der Deisterstraße registriert und von der Spedition Wehrmann auf die Bahn verladen.

veröffentlicht am 29.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 02:21 Uhr

Als sogenannte Flug-Auflassorte galten Bebra, Fulda, Frankfurt am Main, Mannheim, bis hin zu Basel und auch Städte in Frankreich waren beliebt, wie Mâcon, (723 Kilometer Luftlinie), Valance (840 Kilometer Entfernung) und Narbonne (1100 Kilometer Luftlinie zu Hameln). „Es wurden damals bis zu 1500 Tauben pro Flug eingesetzt“, berichtet Wilhelm Meyer. Rund 25 Prozent der zurückgekehrten Tauben seien gewertet worden. Dabei wurde eine Preisliste mit der Vereinsnummer, dem Jahrgang der Taube und ihre laufende Fußringnummer registriert, um eine Meisterschaft nach Preiskilometern und Geschwindigkeit in Meter pro Minute erstellen zu können.

Ganz ähnlich wird auch heute noch unter den Taubensportlern verfahren, weiß der Vorsitzende vom Weserboten, Wolfgang Winkler.

Mit elf weiteren Vereinen im Umkreis von 25 Kilometern ist der Weserbote heute der Reisevereinigung Hameln angeschlossen. Die Gemeinschaft stellt einen modernen Taubentransport-Lastkraftwagen an die entsprechenden Auflassorte. In der Reisevereinigung sind derzeit 40 aktive und ebenso viele passive Mitlgieder vertreten.

Ihre Brieftauben oder auch Reisetauben genannt, können bis zu 20 Jahre alt werden und bis zu zehn Jahren an Preisflügen teilnehmen. Bei den Taubensportlern wird mithilfe einer sogenannten Ausflugantenne die Ankunftszeit im Taubenschlag exakt digital, per Computer festgehalten. Jedes Täubchen benötigt bis zu 30 Gramm Körnerfutter täglich. Je nach Trainingsplan erhalten die Wettbewerbsteilnehmer Diät- oder Kraftfutter. Auch Erdnüsse und Hanf werden verfüttert. Generell ist auf die Gesundheit der kleinen Flieger gut zu achten, damit sie die langen Flugstrecken auch unbeschadet überstehen.

Dafür sorgt auch ein extra dafür ausgebildeter Flugleiter der Reisevereinigung Hameln. Manfred Holthusen sorgt dafür, dass die Tauben nur bei entsprechend guter Wetterlage vom Auflassort starten.

Kaum zu glauben, Spitzenbrieftauben als die schnellsten Flieger erzielten in den letzten Jahren auf Auktionen durchaus hohe Preise: Ein westfälischer Züchter hat zwei Tauben für insgesamt 40 000 Euro nach Südafrika verkauft, eine süddeutsche Spitzentaube ging für 60 000 Euro nach China. Das sportliche Normalmaß beläuft sich heute immerhin im Bereich von 30 bis 150 Euro pro Tier.

Bei der Vereinsmeisterschaft 2012 erzielten die jeweils fünf besten Alttauben von Hans-Eberhard Stelzer aus Grohnde 19 255 Preiskilometer und landeten damit auf Platz 1, gefolgt von 17 205 Preiskilometern, die die Tauben von Friedhelm Schomburg aus Afferde zurücklegten, und auf Platz drei landeten die Täubchen von Siegfried Schenk aus Afferde mit 14 073 Kilometer Flugstrecke.

Beste Taube im Verein Weserbote ist die hier abgebildete Taube Nr. 07042-08-53, ein Weibchen von Züchter Hans-Eberhard Stelzer aus Grohnde, sie erreichte von 12 Flügen elf Platzierungen und erflog insgesamt 4096 Preiskilometer.



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