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Zu: „Spahn will Eigenanteil für die Pflege deckeln“, vom 5. Oktober

Anreiz zur stationären Pflege wirklich durchdacht?

Der Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums – und die zum Teil deutlich weitergehenden Vorschläge aus der Opposition – klingen zunächst positiv, aber sind sie auch in allen Konsequenzen durchdacht?

veröffentlicht am 15.10.2020 um 23:30 Uhr

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Die Grundmaxime der Pflegeversicherung war: „Ambulant vor stationär“, also der Vorrang ambulanter Pflege vor der stationären im Heim. Viele Pflegebedürftige lassen sich nicht zuletzt lieber deswegen zu Hause pflegen, weil ihnen die Heimpflege „zu teuer“ ist. Wenn nun der Eigenanteil zur Pflege sowohl in der Höhe (höchstens 700 Euro monatlich) als auch in der Dauer (höchstens drei Jahre lang) gedeckelt werden soll, könnten zahlreiche Menschen aus finanziellen Gründen die Heimpflege der häuslichen Pflege vorziehen beziehungsweise hierzu von Angehörigen vielleicht auch gedrängt werden. Denn: Nicht wenige Pflegebedürftige haben einen „Notgroschen“ angespart. Sie scheuen sich, dieses mühsam ersparte Geld für vielleicht noch nicht wirklich nötige Heimpflege zu verbrauchen und möchten es lieber ihren Erben (die sie vielleicht auch zu Hause pflegen) hinterlassen. Wenn nun dieses Geld aufgrund der Deckelung nur zu einem Teil bei Heimpflege verbraucht werden muss, können sie sich sowohl im Heim pflegen lassen als auch noch etwas vererben. Die Erben werden somit doppelt entlastet. Und: Die zu erwartende größere Zahl von stationär statt ambulant zu Pflegenden belastet die ohnehin höchst kritische Personalversorgung in den Heimen zusätzlich. Wo bleibt der (finanzielle) Anreiz zur ambulanten Pflege? Hierzu ist im Artikel außer einer Zahl (eine Milliarde Euro) nichts Konkretes genannt.



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