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Fahrverbot für Gespann: "Steine werden dabei angeknackt" / Problemlösung durch Hartgummireifen?

Angst ums Pflaster: Kutsche verstaubt in Halle

Rinteln (ur). Einige hundert Arbeitsstunden waren zusammengekommen für Tischlermeister Heinz Homberg aus Möllenbeck, Heimatbu nd-Mitglied Hans Sümenicht aus Rinteln und andere ehrenamtliche Helfer wie Dr. Willi May und Werner Böhning beim liebevollen Restaurieren einer alten Kutsche, die Museumsleiter Dr. Stefan Meyer in der Scheune eines Bauernhofes in Stemmen entdeckt und mit Hilfe des Lionsclubs und des Futtermittelwerks Eggersmann für den Museumsfundus gesichert hatte.

veröffentlicht am 04.12.2007 um 00:00 Uhr

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Nach der Restaurierung sollte die Kutsche dann nach der Aufpolsterung durch Karl Meier aus Friedrichshöhe der Öffentlichkeit vorgestellt werden - und natürlich hatte man daran gedacht, zu dieser "Jungfernfahrt" auch Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz einzuladen. Der allerdings erteilte eine unerwartete Absage - und informierte Museum und Heimatbund zugleich darüber, dass die Benutzung dieser Kutsche nicht genehmigungsfähig sei: "Die zerstört uns das Pflaster in der Altstadt und in der Fußgängerzone: Die Steine werden dabei regelrecht angeknackt." Buchholz stützt sich auf Beobachtungen, die man bei der Sonderfahrt einer mehrspännigen Postkutsche gemacht hatte: "Da konnte man die komplette Fahrtstrecke auf den Straßen eingeprägt sehen." Hans Sümenicht dazu: "Für uns war das wie ein Schock, nach all der Arbeit und den erheblichen Mitteln, die von verschiedenen Sponsoren und Heimatfreunden zur Verfügung gestellt wurden." Sein Vorschlag: "Es müsste doch möglich sein, mit der Kutsche etwa zwischen Wallstraße und Steinanger oder Doktorsee zu fahren und sie zwischenzeitlich im ausgespannten Zustand von Hand durch die Wallgasse auf den Marktplatz zu ziehen. So könnte man zum einen einen Blickfang für Touristen schaffen und damit auch für die Fahrten werben." Auch Heimatbundvorsitzender Manfred König sieht in diesem Ansatz eine Möglichkeit, doch noch eine öffentlichkeitswirksame Nutzung zu erreichen. Zumal im Kalletaler Kutschfahrer Horst Weking mit seinem Kaltblütergespann Anja und Paul bereits ein geeignetes Team zur Verfügung steht. Derzeit verstaubt das mühsam wiederhergestellte Schmuckstück in einer Halle auf dem Eggersmannschen Gelände bei der früheren Brauerei - den Blicken der Öffentlichkeit verborgen. Bürgermeister Buchholz macht unterdessen einen anderen Vorschlag - dessen Verwirklichung zugleich den charmanten Vorteil hätte, dass man die Kutsche dann auch auf dem historischen Pflaster nutzen könnte: "Die Räder müssten mit Hartgummireifen bestückt werden, durch die der Kontakt zwischen denSteinen und dem Bandeisen vermieden wird."



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