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Zahl der Krankmeldungen in Hamelner Betrieben ebenfalls rückläufig / Kassen raten zu Präventionsmaßnahmen

Angst um den Job lässt viele auch krank zur Arbeit gehen

Hameln (HW). Die Wirtschaftskrise hat einen ungeahnten Nebeneffekt: Aus Angst vor Jobverlust meldeten sich immer weniger Deutsche krank. Der Krankenstand erreichte im ersten Quartal 2009 trotz Grippewelle den niedrigsten Stand in den ersten drei Monaten eines Jahres seit der Wiedervereinigung. Die Arbeitnehmer fehlten demnach im ersten Vierteljahr durchschnittlich lediglich 3,26 Prozent der Sollarbeitszeit oder 1,8 Arbeitstage.

veröffentlicht am 13.01.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Doch im Laufe des vergangenen Jahres kippte diese Tendenz – die Beschäftigten in Deutschland sind wieder häufiger krank. Ein Trend, der von Hamelner Unternehmen weitgehend bestätigt wird. Wenn auch viele Firmen der Rattenfängerstadt keine Angaben über den Krankenstand machen wollten, fehlten die Arbeitnehmer bundesweit im Durchschnitt 3,4 Prozent der vereinbarten Arbeitszeit, wie Arbeitsmarktexperten errechnet haben.

„Wir messen keine Krankenstände“, sagt beispielsweise Theo Brandes, Geschäftsführer der Stephan Machinery GmbH. Da das Hamelner Unternehmen für Nahrungsmittelmaschinen die weltweite Wirtschaftskrise bislang ohne größere Blessuren überstanden habe und ein gutes Geschäftsergebnis im Jahr 2009 ausweisen könne, sei die Betriebsstimmung insgesamt positiv. „Aus der Beobachtung heraus kann ich nur sagen, dass der Krankenstand bei uns genauso hoch oder niedrig ist wie in der Vergangenheit“, so Brandes.

„Leider liegen uns die Dezemberzahlen noch nicht vor, sodass wir noch keine konkreten Zahlen für das Jahr 2009 nennen können“, berichtet Rüdiger Grimmert für BHW/Postbank. Der Unternehmenssprecher fügt jedoch hinzu: „Im Trend liegen die Zahlen für 2009 aber leicht über den Zahlen von 2008.“

Mit konkreten Zahlen weiß Susanne Bönig, Sprecherin der Hameln Group, aufzuwarten. Lag die Zahl der Krankmeldungen im ersten Halbjahr 2008 bei 4,45 Prozent der dort Beschäftigten, stieg sie in der zweiten Hälfte auf 4,75 Prozent und schnellte im ersten Halbjahr 2009 auf 5,29 Prozent hinauf. In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres sank die Zahl der Krankmeldungen bei der Hameln Group auf 4,85 Prozent.

„Ich führe über Krankschreibungen keine Statistik. Aber durch die saisonale Schweinegrippe und deren Verwandte sind die Krankschreibungen derzeit enorm höher“, sagt Marcus Hedemann, Sprecher der kassenärztlichen Vereinigung in Hameln und fügt hinzu: „Mein Eindruck ist nicht, dass sich durch die Wirtschaftskrise viel verändert hat.“

Diesen Trend jedoch vermag Hartmut Sauer, Chef der Barmer in Hameln, nicht zu bestätigen: „Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keinen höheren Krankenstand als in den Monaten zuvor.“ Allerdings dürften die Menschen allgemein nicht gesünder geworden sein. Sauer verweist auf den aktuellen DGB-Index „Gute Arbeit“, nach dem im letzten Jahr fast 80 Prozent der Beschäftigten mindestens einmal krank zur Arbeit erschienen seien. Davon aber rät Friedrich Hothan entschieden ab „Wer sich krank zur Arbeit schleppt, verschleudert dort die Bazillen“, meint der Leiter der DAK Hameln. Betroffene sollten sich zu Hause auskurieren“, rät Hothan. Das bewahre nicht nur den Kranken vor einer schlimmeren Krankheit, sondern sei auch im Interesse des Arbeitgebers und helfe letztlich, Kosten zu sparen. Auch raten die Vertreter der Kassen zur Prävention und damit zu Impfungen gegen Grippe. „In Deutschland wird diesbezüglich längst noch nicht alles ausgeschöpft, was in diesem Bereich möglich ist“, so Hothan.



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