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Kein Wunder, dass viele verstört und panisch reagieren

Angst ist ein schlechter Ratgeber

Es ist verständlich, dass Obdachlose und andere Bedürftige aufgrund der Coronapandemie Ängste haben – und nicht nur die. Angst ist in Krisenzeiten jedoch ein sehr schlechter Ratgeber, zumal sie seit geraumer Zeit auch noch heftig befeuert wird.

veröffentlicht am 31.03.2020 um 22:17 Uhr

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Zu: „,Sie haben immense Ängste‘“, vom 30. März

Leider nicht nur durch die allseits bekannten Verschwörungstheoretiker und deren leichtgläubige Anhängerschaft, sondern auch durch Printmedien und durch inflationäre Beiträge fast aller Fernsehsender. Unbestritten ist diese Pandemie eine Katastrophe mit traurigerweise enorm vielen Toten und sehr hohen wirtschaftlichen Verlusten. Umso mehr ist eine umfangreiche, aber auf Fakten beschränkte Berichterstattung wichtig. Doch was geschieht stattdessen? Nahezu sämtliche Medien satteln noch gehörig drauf. Auf jedem Fernsehsender sind inflationär dieselben oder ähnliche Bilder zu sehen, unter anderem die Militärlastwagen für Leichentransporte. Da das aber längst noch nicht reicht, hat zum Beispiel der Dokukanal „Welt“ in den letzten Tagen ausführliche Berichte über fast alle anderen, fast schon vergessenen Viruskatastrophen wie Ebola, Pest usw. in die Wohnzimmer der Zuschauer gesendet und an mehreren Tagen wiederholt. Leider ist auch die Dewezet nicht frei davon, denn genau unter dem Artikel „Sie haben enorme Ängste“ gibt es einen weiteren mit dem Titel „Als die Spanische Grippe Hameln ereilte“. Das ist so, als ob man rings um ein Feuer Benzinkanister mit dem Hinweis aufstellt, dass diese ebenfalls brennen können.

Es ist kein Wunder, dass große Teile der Bevölkerung verstört sind und panisch reagieren. An vorderster Front die ausgeprägten Egoisten, die vom Toilettenpapier über Nudeln bis zu Konserven die Regale der Supermärkte ausräumen. Diese Leute haben durch ihre raffsüchtigen Hamsterkäufe erst dafür gesorgt, dass es zu Engpässen bei bestimmten Waren kam. Die Hamsterkäufer sind für mich genau so ekelhaft, wie die Gaffer bei Unfällen und die Kriminellen, die Atemmasken und Desinfektionsmittel stehlen.

Zum Glück gibt es aber auch die andere Seite mit vielen hilfsbereiten Menschen, was mich für die Zukunft hoffen lässt. An dieser Stelle noch ein Hinweis zur Abstandhaltung von zwei Metern, die manchmal leider immer noch unterschritten werden: Als Raucher atmete ich auf dem Balkon bei kaum spürbarem Wind mit nur leichtem Druck den Zigarettendampf aus. Die sichtbare Rauchwolke zog über die gesamte Balkonlänge und verschwand hinter der Hausecke. Diese Länge betrug gut sechs (!) Meter. Deshalb frage ich mich, wie der Abstand von nur zwei Metern ermittelt wurde. Da das Virus kein nennenswertes Gewicht hat und außerhalb seines Wirts bis zu vier Tage überleben kann, ist für mich klar, dass es durch Wind und Thermik enorme Strecken überwinden kann. Damit will ich keine weiteren Ängste schüren, sondern zu noch höherer Vorsicht mahnen.



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