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Neun heimische "Löwen" informieren sich in Tansania über Hilfsprojekte

Angebot an (über-) lebenswichtigem Wasser ist fast verdreifacht worden

Bückeburg. "Tunamsalimu Askofu wa Schaumburg-Lippe na tunamshukuru kwa nia nzuri ya mradi wa undugu wa maji Mtae, Tanzania". Das ist Kisuaeli und bedeutet: "Wir grüßen den Bischof von Schaumburg-Lippe und danken für die Wertschätzung unseres Partnerschaftsprojektes." Mit diesem Gruß und einer Fülle an Eindrücken kehrte eine Gruppe von neun Mitgliedern des Lionsclub Porta Westfalica aus Mtae in Tansania zurück.

veröffentlicht am 08.11.2006 um 00:00 Uhr

Das Bild zeigt die Gruppe an der Quelleinfassung mit dem Wappens

Sie hatte sich unter Leitung von Frieder Küppers, Pfarrer der St. Marien-Gemeinde Minden, über den Stand des Wasserprojektes in den Usambara-Bergen etwa 360 Kilometer westlich von Dar es Salaam informiert. Dieses "Undugu"-Projekt (Undugu = Partnerschaft) der Kirchengemeinden St. Marien und Mtae, seit mehr als fünf Jahren regelmäßig und im wesentlichen vom Lionsclub mit einem Teilerlös der jährlichen Adventslos-Kalender-Aktion finanziert, umfasst die Einfassung der Quelle, den Bau einer etwa zehn Kilometer langen Wasserleitung, die Errichtung von Wasserspeichern und eines Verteilernetzes mit Hausanschlüssen. Es stellt eine dauerhafte Versorgung mit sauberem Trinkwasser auch in Trockenzeiten für mehr als 20 000 Menschen dieser Region sicher. Ursprünglich nur Anliegen und Bedürfnis beider Gemeinden, ist daraus ein Vorhaben entstanden, das weit über die kirchliche Verbindung und Religionsgemeinschaften hinaus Grundlage und Anleitung zur eigenverantwortlichen Verwaltung der Wasserversorgung in dieser bergigen und nur schwer zu erreichenden Region bietet. Mtae mit rund 15 000 Einwohnern inmitten der gleichnamigen Region und den Dörfern Mtii, Mpanga und Mgamboi mit weiteren 5000 Bewohnern ist jetzt an eine neue Wasserleitung angeschlossen, für die Prof. Johannes Weinig, FH Bielefeld, Fachbereich Architektur und Bauingenieurswesen in Minden zusammen mit seinen Studenten Planung und Konstruktion übernommen hatte. Eingebettet in ein sechsstufiges Siedlungswasserprojekt für semiaride Gebiete, konnte es im Wesentlichen auch mit Unterstützung der Universität in Dar es Salaam und in Eigenarbeit der Bewohner realisiert werden. Der Lionsclub hat seit 2002 mit Spendengeldern aus der Kalenderaktion - bislang in Höhe von 45 000 Euro - den Bau überwiegend finanziert. Dabei konnte im Kosten-Nutzen-Vergleich ein sehr hoher Effizienzgrad erreicht werden, der nach Bewertung durch die Experten der Deutschen Botschaft in Dar es Salaam, wo Frieder Küppers und Klaus Suchland vortrugen, kaum noch zu überbieten sein dürfte. Immerhin konnte das Angebot an Wasser, der lebenswichtigsten Ressource Afrikas, von ursprünglich drei Litern pro Tag und Bewohner auf zehn Liter dauerhaft gesteigert werden. Bei dem Besuch des Bischofs Dr. Steven Munga, zuständig für die Nordost-Diözese Lushoto, und damit auch für Mtae, wurden Grüße und ein Buchgeschenk des Landesbischofs Jürgen Johannesdotter überreicht. Bischof Dr. Munga war sichtlich beeindruckt und dankte mit einem herzlichen Grußwort nach Schaumburg, verbunden mit der Hoffnung, sich baldeinmal persönlich kennen zu lernen. Eine geschnitzte Holzskulptur, die Suchland nach seiner Rückkehr gestern überreichen konnte, unterstrich diesen Wunsch. "Damit dieses Projekt weiter begleitet und - wo notwendig - noch ausgebaut werden kann, wird auch in diesem Jahr ein Teil des zu erwartenden Erlöses der Kalenderaktion 2006 bereitgestellt werden", so Lions-Mitglied Klaus Suchland bei der Präsentation des neuen Advents-Los-Kalenders im Hotel "Bad Minden". "Den Clubmitgliedern ist es dabei wichtig", so Suchland weiter, "dass die Wasserversorgung allmählich in die Eigenverantwortung der Bewohner übergeht und sich durch Wassergebühren selbst finanziert. Damit wird der Aufforderung zur Hilfe durch Anleitung und Selbsthilfe nachhaltig entsprochen". Eine offizielle Übergabe soll dann im Jahre 2008 vor Ort erfolgen.

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