weather-image
×

Sozialdemokrat gewinnt Emmerthaler Bürgermeisterwahl deutlich mit 56,4 Prozent gegen Rudolf Welzhofer (CDU)

Andreas Grossmann geht gestärkt in zweite Amtszeit

Die Anspannung war dem Amtsinhaber Andreas Grossmann anzumerken – trotzdem verfolgte der Sozialdemokrat im kleinen Sitzungssaal des Rathauses die Ergebnisse aus den einzelnen Wahllokalen, während sein Herausforderer Rudolf Welzhofer (CDU) gestern im Fraktionszimmer das Gesamtergebnis abwartete. Dann ging es ganz schnell: Grossmann selbst verkündete seinen Sieg, während viele Gäste im Raum den Erfolg kaum realisiert hatten. Ein deutlicher Sieg: Mit 56,4 Prozent der Stimmen bleibt er Bürgermeister der Gemeinde Emmerthal. Seiner Erleichterung machte er sich Luft mit einem deutlichen „Ja!“, er umarmte Ehefrau Astrid und Parteifreunde. Dann kam Welzhofer dazu, um Grossmann zu gratulieren. Der Kandidat, der gemeinsam von der CDU und Freien Wählergemeinschaft ins Rennen geschickt worden war, hatte nur 43,6 Prozent der Stimmen erhalten. „Ein deutliches Ergebnis“, räumte Welzhofer die klare Niederlage ein. Dem im Amt bestätigten Bürgermeister wünschte er „eine glückliche Hand zum Wohle der Bürger“.

veröffentlicht am 26.05.2014 um 06:00 Uhr

Autor:

Damit konnte zum dritten Mal in Folge ein hauptamtlicher Bürgermeister der SPD, gleichzeitig Verwaltungschef und Repräsentant der Gemeinde, das Rennen machen. Dabei hatte sich spürbar Nervosität bei Grossmann im Wahlkampf breitgemacht. Und er räumte ein, mit Anspannung gestern in den Tag gegangen zu sein. „Wer etwas anderes von sich behauptet, überspielt das“, sagte er. Mit diesem Gefühl stand er nicht allein. Von „unruhigen Nächten und Tagen“ sprach die Sozialdemokratin Ruth Leunig, Gruppensprecherin von SPD und Grünen, die Grossmann gemeinsam unterstützt hatten und mit dessen Stimme zusammen die Mehrheit im Gemeinderat bilden. „Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit dem Bürgermeister die erfolgreiche Arbeit fortsetzen können.“

Die vergangene Bürgermeister-Entscheidung vor acht Jahren war nach einem spannenden Wahlabend denkbar knapper ausgegangen – damals hatte Grossmann gerade einmal 19 Stimmen Vorsprung vor dem damaligen CDU-Kandidaten Rolf Keller. Nun geht der Sozialdemokrat gestärkt in die zweite Amtszeit. Dabei hatte er sich erneut innerlich auf eine Zitterpartie eingestellt. „Ich konnte nicht abschätzen, wie der Wahlkampf von CDU und FWE sich auswirkt“, räumte Grossmann ein. Wie die Debatte um die Zukunft der Johann-Comenius-Schule, die gegen ihn geführt worden sei, beim Wähler ankomme, sei für ihn völlig offen gewesen. In den vergangenen Tagen sei er aber schon von Emmerthalern, die nicht so viel mit Politik zu tun hätten, bestärkt worden: „Das wird schon.“

Für ihn persönlich habe gestern das Stimmergebnis dann in Brockensen den Ausschlag gegeben, das am Abend auf der Leinwand im Rathaus zu sehen war – erstmals sei es gelungen, als SPD die CDU-Hochburg zu knacken. „Erst konnte ich es nicht fassen“, sagte Grossmann. „Dann war mir klar: Die Wahl ist gelaufen.“ Was den alten und neuen Bürgermeister, der mit großen Finanzproblemen der Gemeinde zu kämpfen hat, nach eigenen Worten besonders am Gesamtergebnis und dem deutlichen Vorsprung freut: Der Wähler habe gesehen, dass man in den rund sieben Jahren etwas geleistet habe. „Wir haben für die Gemeindeentwicklung konzeptionell etwas auf die Reise gebracht, was sich positiv auswirken wird“, meinte Grossmann etwa unter Hinweis auf die erhoffte Städtebauförderung.

„Wir haben uns nichts vorzuwerfen“, sagte FWE-Fraktionsvorsitzender Ernst Nitschke zum Wahlkampf. „Ehrlich gesagt“, so fügte er aber hinzu, habe er jedoch mit einem Erfolg gerechnet. Dass die Niederlage so deutlich ausfiel, enttäuschte besonders den Herausforderer Rudolf Welzhofer. „Wir haben die Chance auf das Bürgermeisteramt gesehen“, sagte er. „Das Gefühl war besser, die Stimmung positiv.“ Ob ihn die fehlende Verwaltungserfahrung um die notwendigen Stimmen gebracht hätte, vermochte er nicht abzuschätzen. „Vielleicht sind die Themen der anderen besser beim Wähler angekommen“, sagte Welzhofer. Der passionierte Sportler: „Es ist wie beim Tennisspielen – nur einer kann gewinnen.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2020
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt