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Krankenhäuser in kirchlicher Trägerschaft sind nicht vom derzeit laufenden Ärztestreik betroffen

Anderes Tarifrecht: Bethel-Ärzte streiken nicht

Bückeburg (thm). "Wir streiken nicht!", sagt Peter Bigalke. Die Aussage des Vorsitzenden der Mitarbeitervertretung am Krankenhaus Bethel lässt an Klarheit nichts zu wünschen übrig. Auch Verwaltungsdirektor Klaus Kruse bestätigt das Statement: Ihm sei hinsichtlich eines etwaigen Streiks am Bückeburger Krankenhaus "nichts bekannt".

veröffentlicht am 03.07.2006 um 00:00 Uhr

Die beiden Vertreter der Einrichtung an der Herminenstraße weisen im Gespräch mit der Landes-Zeitung auf den - in punkto Streik - wesentlichen Unterschied ihres Hauses zu den beiden anderen Krankenhäusern in Schaumburg hin: Während letztere vom Landkreis Schaumburg betrieben werden, befindet sich das Bückeburger Hospital in kirchlicher Trägerschaft. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund wolle in den von der öffentlichen Hand betriebenen Kliniken Anpassungen des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD) oder des Bundesangestelltentarifs durchsetzen, in kirchlich-diakonischen Häusern jedoch gelte ein kircheneigenes Tarifwerk. Die "Richtlinien für Arbeitsverträge in den Einrichtungen des Deutschen Caritasverbandes (AVR)" sehen für die Klärung von arbeitsvertraglichen Fragen einen so genannten "Dritten Weg" für eine einvernehmliche Regelung zwischen Dienstgebern und Dienstnehmern vor. Sie schließen einen Streik sogar aus. Bigalke bestätigt das und ergänzt: "Wir regeln unsere Angelegenheiten selbst." Laut Verwaltungschef Kruse sind die nach AVR geschlossenen Vereinbarungen noch bis zum 31. Dezember dieses Jahres gültig. Mithin bestehe derzeit nicht einmal Handlungsbedarf. Ob es nach diesem Datum Anpassungen geben werde, das "müssen wir dann sehen", so Kruse. Noch sind die kommunalen Krankenhäuser rings um Bückeburg nicht vom Streik betroffen. Was sich aber durchaus ändern könnte. In der ersten Streikwoche haben laut Marburger Bund bereits 11 800 Mediziner in sieben Bundesländern - darunter auch Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen - sowie insgesamt 46 Städten die Arbeit niedergelegt. Und der Streik soll, wie die Gewerkschaft am Freitag angekündigt hat, weitergehen. Aber was, wenn auch dieÄrzte in den Krankenhäusern in Stadthagen, Rinteln oder Minden in den Streik einbezogen werden? Ist dann in Bückeburg aufgrund von Engpässen anderswo mit einem erhöhten Zulauf an Patienten zu rechnen? Peter Bigalke möchte sich zu dieser Frage nicht äußern, verweist stattdessen auf den Chef der Krankenhausverwaltung. "Wir sind darauf vorbereitet", sagt Klaus Kruse knapp und begründet diese Bereitschaft mit der "besonderen Behandlungspflicht" gerade kirchlich betriebener Einrichtungen. Andererseits: Besondere Vorkehrungen für diesen Fall der Fälle habe man am Krankenhaus Bethel nichtgetroffen.

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