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Schützenvereine leben hauptsächlich von Mundpropaganda / Ausreichend Betreuer benötigt

Andere Vereine schnappen Nachwuchs weg

Samtgemeinde Lindhorst (svb). Bevor ein Schützenverein Werbeaktionen für die Nachwuchsgewinnung startet, sollten sich die Verantwortlichen sicher sein, dass auch ausreichend ausgebildete Jugendbetreuer im Verein vorhanden sind.

veröffentlicht am 06.09.2012 um 21:05 Uhr

Im SV Beckedorf, der mit 119 Mitgliedern und rund 20 aktiven Schützen der größte Schützenverein in der Samtgemeinde Lindhorst ist, sind zwei Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren aktiv. Einer sei mit dem Luftgewehr und der andere mit der Pistole bei Turnieren überaus erfolgreich, freut sich SVB-Chef Hartmut Rohloff.

Dennoch könne er mit nur zwei Jugendschützen nicht zufrieden sein. Weil mit Luftdruckwaffen erst ab einem Alter von zwölf Jahren geschossen werden darf, würden bis zu diesem Alter Sportvereine oder Feuerwehren den Nachwuchs abgreifen, benennt Rohloff ein Problem der Nachwuchsgewinnung.

Des Weiteren sei es schwierig, wenn Jugendliche eine Ausbildung außerhalb des Landkreises beginnen und nur noch selten am Schießen teilnehmen können, wie derzeit vier bis fünf junge Beckedorfer Schützen. Rohloff hofft, dass sie nach ihrer Ausbildung nach Schaumburg zurückkehren und dem Verein erhalten bleiben.

Ein ganz anderes Problem liege nach Angaben des Vorsitzenden in der Jugendbetreuung. Derzeit verfügt der Verein über eine ausgebildete Jugendleiterin. „Große Werbeaktionen können wir uns gar nicht leisten“, erklärte Rohloff. Wenn zum Beispiel zehn Jugendliche auf einen Schlag eintreten wollten, müsste erst ein weiterer Betreuer gefunden und ausgebildet werden – entweder aus den eigenen Reihen oder aus anderen Vereinen.

Die Beckedorfer Schützen gewinnen neue Mitglieder hauptsächlich durch Mundpropaganda. Öffentliche Veranstaltungen wie das Ostereierschießen und – wie erst kürzlich – der Dämmerschoppen, aber auch die öffentlichen Schießabende immer freitags, zu denen hin und wieder auch Nicht-Mitglieder erscheinen, tragen zur Präsenz des Vereins im Dorf bei. Auch im Internet ist der SV durch eine eigene Homepage präsent.

Mit Mannschaften, die sogar auf Bezirksebene schießen, seien die Beckedorfer noch gut aufgestellt, so der Vorsitzende. Die teilweise Überalterung in Schützenvereine sieht er ebenfalls nicht als Problem. „Auch über 80-Jährige haben bei uns noch geschossen.“ Ein ganz anderes Problem sieht Rohloff darin, „dass Schützenvereine von der Allgemeinheit nicht unbedingt gefördert und anerkannt werden.“



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