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Ohne Fußweg an der Landesstraße entlang: Kritische Verkehrssituation für Erstklässler in Westendorf

An riesigen Brummis vorbei auf die Schulbank

Rinteln/Westendorf (ur). Die großen Ferien gehen zu Ende. Ab Donnerstag müssen die Schüler auch in Rinteln und den Ortsteilen wieder den täglichen Weg zum Unterricht bewältigen. Das nimmt Hermann Klingenberg zum Anlass, auf die gefährliche Verkehrssituation an der Westendorfer Ortsdurchfahrt aufmerksam zu machen. Seit zehn Jahren schon sei die Verlegung der Straße in Planung: "Muss denn wirklich noch mehr passieren, bis die Kinder einen sicheren Weg nehmen können?", drängt der Westendorfer auf rasche Lösungen.

veröffentlicht am 30.08.2006 um 00:00 Uhr

Geradezu winzig wirkt der sechsjährige Michael Fürst am Straßenr

Schon seit Jahren ist Klingenberg im Briefwechsel mit Verwaltung und Straßenverkehrsbehörden über die seines Erachtens unhaltbaren Zustände zwischen der durch den Ort führenden L 438 und der B 83. Hier ließen in den vergangenen Jahren acht Westendorfer ihr Leben, darunter auch ein Kind auf dem Schulweg. Klingenberg sieht sich in seinen Befürchtungen besonders dadurch sensibilisiert, dass in diesem Jahr mit dem sechsjährigen Michael Fürst ein Kind aus seiner Nachbarschaft zur Schule kommt, und so hat er diesen Jungen nicht nur mit einer gelben Warnweste ausgestattet, sondern ist den nicht gerade risikoarmen Schulweg mit ihm schon einmal abgeschritten. Die Erfahrungen hat er in einem kleinen Bericht aus der Perspektive des Jungen zusammengefasst, der von der Zollstraße aus zur Bushaltestelle an die Kreisstraße 74 gehen muss. "Komme ich von unserem Hof, betrete ich sofort die Landesstraße 438. Ich kann nicht sehen, ob von links ein Fahrzeug kommt. Die Straße macht hier eine Kurve und eine Hecke versperrt mir die Sicht. Es gibt hier keinen Fußweg, die Kurve wird von Fahrzeugen geschnitten und wenn sich zwei Fahrzeuge begegnen, muss eines in die Gosse ausweichen..." Ohne elterliche Begleitung könne der Weg kaum von Kindern bewältigt werden, meint Hermann Klingenberg. Bereits im Jahre 2000 seien auf der B 83 neun Fahrzeuge pro Minute gezählt worden, weitere vier auf der L 438, darunter auch Lkw: "Kann ein Sechsjähriger insgesamt 13 Fahrzeuge pro Minute einschätzen? Und unterliegt jemand dem Glauben, dass im Ort nur Tempo 50 gefahren wird?" Bis zu einer Lösung bleibt nur der Appell an die Verkehrsteilnehmer, besonders auf junge Fußgänger und Radler zu achten. "Alle Auto- und Zweiradfahrer sollten besondere Rücksicht auf die Schulkinder nehmen", richtet sich auch Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz in einer Pressemitteilung zum Schulbeginn an die Verkehrsteilnehmer. Straßenverkehr bedeute Stress, besonders für Schulkinder, die alles andere im Kopf hätten als Autos oder Ampeln. Deshalb sollten sich Eltern ganz viel Zeit nehmen, ihre Kinder mit den Gefahren des täglichen Schulwegs vertraut zu machen. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Verkehrswacht wurde auch in diesem Jahr wieder eine Verkehrssicherheitsaktion gestartet. Unter anderem wurden vor den Schulen Spannbänder aufgehängt, die die Autofahrer zur Aufmerksamkeit gegenüber den neuen Verkehrsteilnehmern ermahnen.

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